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Organische Säuren.
zuerst unveränderter Alkohol, sodann der Ameisensäureäther, schliesslich
durch einen Dampfstrom unterstützt vorzugsweise wässerige
Ameisensäure über, die getrennt aufgefangen werden. Aus 4'5 Kg
Stärkemehl wurden auf diese Weise 7 bis 8 Kg Ameisensäureäther
gewonnen, und durch Wiederholung der Operation in demselben Mengenverhältniss
können an einem Tage bequem 50 Kg Ameisensäureäther
fabricirt werden.
Eine Eigenschaft der Ameisensäure, die vielleicht noch einer allgemeinen
praktischen Anwendung fähig ist, ist ihre durch die Untersuchungen
Jodin’s *) festgestellte bedeutende antiseptische Wirkung.
Nach Jodin’s Versuchen verhindert freie Ameisensäure vollständig
die Ernährung der Hefe und ähnlicher Organismen in ernährenden
stickstoffhaltigen Flüssigkeiten, z. B. die Gährung in Zuckerlösungen,
die mit Ammoniak, Phosphorsäure und Kali versetzt sind, und zwar in
einem noch höheren Grade als Phenol. Zur Conservirung des Fleisches
wurde Ameisensäure allerdings mit geringerem Erfolg als Phenol angewandt,
wahrscheinlich indess, weil die alkalische Fleischflüssigkeit
die Säure theilweise sättigt, wodurch sie unwirksam wird.
Essigsäure, C 2 H 4 0 2 .
Die Entwickelung der Essigsäure - Industrie in der letzten Zeit ist
in einem besonderen Aufsatz ausführlich erörtert (vergl. d. Bericht II,
S. 391), auf den hier verwiesen wird.
Propionsäure, C ;i H 6 0 2 .
Diese Säure hat bisher noch keine technische Verwerthung gefunden.
Die physikalischen Eigenschaften ihrer Aether, soweit sie bis
jetzt bekannt sind, scheinen sich nicht für die Zwecke der Parfümerie
zu eignen, und in Folge dessen hat sich noch nicht das Bedürfniss einer
wohlfeilen Darstellung im Grossen geltend gemacht.
Buttersäure, C 4 H s 0 2 .
Die isomeren Modificationen der Buttersäure, die sogenannte Normalbuttersäure,
CHj CH 2 CH 2 COOH, und die Isobuttersäure, (CH 3 ) 2 CH
C00H, sind in neuerer Zeit beide in das Bereich der chemischen Technik
gezogen worden, da ihre durch charakteristischen Geruch und Geb
Jodin, Compt. rend. LXI, 1179.