Organische Säuren. 409
enthalten. Bei der Verseifung dieser Fette mit Kalk findet sich ihr
Kalksalz als Verunreinigung des Glycerins und bleibt heim Reinigen
des Glycerins mit Knochenkohle im ungelösten Rückstand. Beim Aus
ziehen der gebrauchten Knochenkohle mit Alkohol geht das Salz in Lö
sung und kann direct durch Destilliren mit Schwefelsäure in den Butter
säureäther verwandelt werden.
Valerian säure, C 5 H 10 O 3 .
Die Valeriansäure, der Bestandtheil der Wurzel von Valeriana
officinalis, Angelica officinalis und verschiedener anderer Pflanzen wird
zum medicinischen Gebrauch ausschliesslich aus der Valerianawurzel
durch Destillation mit Wasserdämpfen dargestellt. Für die Zwecke der
Technik dagegen, in der, wie schon erwähnt, ihr Aethyl- und Amyl-
<ither, letzterer unter dem Namen „Apfelöl“ 4 ) als Parfüms ausgedehnte
Anwendung finden, wird sie aus dem Gährungsamylalkohol auf dem
von Dumas und Stas 2 ) entdeckten Wege im Grossen bereitet. Fol
gende Verhältnisse werden als die geeignetsten angegeben 3 ):
Zu einer Mischung von 5'1 Thln. Kaliumbichromat und 4 bis 5 Thln.
Wasser ward allmälig ein Gemisch von 1 Thle. Amylalkohol und 3‘9 Thln.
concentrirter Schwefelsäure zugesetzt. Die Valeriansäure wird nebst
^ aleriansäureamyläther und Valeraldehyd abdestillirt; durch Ueberfüh-
ien in das Natriumsalz und nochmaliges Abscheiden mittelst Schwefel
säure wird sie gereinigt und durch Behandlung mit Aethyl- resp. Amyl
alkohol und Schwefelsäure in den entsprechenden Aether ■verwandelt.
Bei den kohlenstoffreicheren Gliedern dieser Säurereihe, der Ca-
pronsäure etc,, verschwinden mehr und mehr die schätzbaren physikali
schen Eigenschaften der Aether. Nur der Aethyläther der
P e 1 a r g o n s ä u r e, C 9 H 1S 0 2 ,
tler nacl1 B- Wagner fertig gebildet sich in den Quitten findet, wird
2ur Herstellung künstlicher Cognacs und dergleichen und zum Aroma-
isiren der Weine benutzt und namentlich in England in grösserer
Menge zu diesem Zweck fabrieirt.
Die Pelargonsäure wird am vortheilhaftesten gewonnen aus dem
autonöl, dem ätherischen Oel von Buta graveolens, durch Oxydation
mit Salpetersäure (Gerhardt 4 ) und durch Ueberführung in ihr Ba-
rnunsalz gereinigt. Das Rautenöl enthält nach neueren Untersuchungen
*) Vergl. v. Kletzinsky, Dingl. pol. J. CLXXX, 408. 2 ) Dumas und
Z&ii S n Bkem. Pharm, LXXIII, 128. s ) Lawross u. Jazukowitsch,
sc i. Gliem. Pharm. 1864, 83. 4 ) Gerhardt, Compt. rend. XXVI, 226,