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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Organische  Säuren.
Weinsäurelösung  unlösliches  Kieselfluorkalium,  eine  Verbindung,  aus
der  durch  Behandeln  mit  Calciumcarbonat  oder  in  der  I.  S.  318  d.  Ber.
beschriebenen  Weise  Kaliumcarbonat  zu  gewinnen  ist,  welches  ein  weit
werthvolleres  Product  darstellt,  als  Kaliumsulfat  oder  -Chlorid.  Aus  der
dabei  erhaltenen  Calciumverbindung  lässt  sich  wiederum  Kieselflusssäure ­
  gewinnen.  Ein  dahin  gehendes  Patent  hat  Hr.  Kessler  in  der
That  bereits  im  Jahre  1858  genommen 1 ),  aber  dies  Verfahren  hat  sich
wegen  der  Schwierigkeit  der  Darstellung  der  Kieselflusssäure  keinen
Eingang  verschaffen  können.  Es  ist  sehr  wünschenswerth,  dass  die
nächste  Zukunft  eine  einfache  und  sichere  Bereitungsweise  dieser  Säure
bringe.
Ueber  die  Bereitung  und  Anwendung  der  mannigfachen  Salze  der
Weinsäure,  welche  in  der  Industrie  und  Pharmacie  gebraucht  werden,
wie  neutrales  und  saures  Kaliumtartrat,  Seignettesalz,  Brechweinstein,
ist  nichts  Neues  von  Belang  zu  berichten.

Citronensäure.
Die  Citronensäure  ,  C 8  H 8  0 7 ,  ist  eine  dreibasische  Säure  und  hat
[COOH
die  Constitution  C 8  H 4  (OH)  CO  OH;  sie  ist  das  hydroxylirte  Substi-ICOOH

tutionsproduct  einer  Säure  C 3 H 5  (COOH) 3 .  Dies  ist  die  Formel  der  Tricarballylsäure,
  einer  Verbindung,  die  in  der  That  durch  Reduction  der
Citronensäure  zu  erhalten  ist.  Es  ist  aber  noch  nicht  gelungen,  sei  es
von  der  Tricarballylsäure  aus,  sei  es  auf  anderem  Wege,  die  Citronensäure ­
  künstlich  darzustellen.
Man  ist  also  auf  ihr  Vorkommen  in  der  Natur  angewiesen.  Sie
tritt  im  Pflanzenreiche  nicht  selten  auf;  man  findet  sie  besonders  in
Johannis-,  Stachel-,  Preisselbeeren  und  mehreren  anderen  säuerlich-süssen ­
  Früchten,  in  erheblicher  Menge  aber  in  den  Citronen.
Die  weitaus  grösste  Menge  der  Citronensäure  wird  aus  Citronensaft
  dargestellt,  der  einen  nicht  unwichtigen  Ausfuhrartikel  der  appenninischen
  und  iberischen  Halbinseln,  Siciliens  sowie  einiger  westindischer
und  der  Sandwich-Inseln  bildet.  Der  Saft  wird  aus  den  noch  nicht
völlig  reifen  Früchten  der  echten  Citrone  (Citrus  medica),  der  Limone ­
  (C.  Limonum)  und  der  Bergamotte  (  C.  Bergamia)  durch
Auspressen  gewonnen.  Der  Werth  des  Saftes  variirt  sehr;  sein  Gehalt
an  Citronensäure  sollte  6  bis  7  p.  C.  betragen-  Ausserdem  findet  sich
im  Handel  noch  eingedickter  Citronensaft,  der  bis  auf  23  bis  25°  B.
concentrirt  ist  und  etwa  23  p.  C.  Säure  enthält.  Der  Saft  wird  bis-*)

  Vergl.  A.  W.  Hofmann,  Reports  by  tlie  Juries,  London  1863,  112,
            
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