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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
serige Lösung der Krystalle macht und durch Zusatz von Kalilösung 
einen Niederschlag von saurem weinsaurem Kalium hervorruft. Die 
H.Hrn. Chapman und Smith *) empfehlen folgende Probe zur Unter 
scheidung von Citronensäure und Weinsäure, die auch zur Entdeckung 
dei letzteren neben der ersteren dienen kann. Fügt man ein citronen- 
saures Salz zu einer stark alkalischen Lösung von Kaliumpermanganat 
und erhitzt zum Sieden, so wird die Lösung allmälig grün und behält 
diese Farbe bei weiterem Erhitzen. Wird aber statt des citronensau- 
ren ein weinsaures Salz hinzugefügt, so scheidet sich sofort Mangan- 
superoxyd ab; die Weinsäure reducirt Mangansäure in alkalischer Lö 
sung mit Leichtigkeit, während Citronensäure dies nicht vermag. 
Nach Hrn. Wimmel 2 ) ist dies jedoch nicht ganz zuverlässig, da die 
Citronensäure auch die Mangansäure in alkalischer Lösung reducirt, 
nur etwa 100 Mal schwächer, als die Weinsäure. Hr. Blacher 3 ) 
empfiehlt ein auf die Schwerlöslichkeit des weinsauren Magnesiums 
gegründetes \ erfahren. Man erhitzt 2 g der zu prüfenden Säuren 
mit 1 g Magnesiumcarbonat und 20 g Wasser zum Sieden. Entsteht 
eine Abscheidung, so ist viel Weinsäure zugegen. Bleibt die Lösung 
klar, so fügt man nach dem Erkalten 60 g 90procentigen Weingeist 
hinzu und schüttelt. Erfolgt auch nun keine Trübung, so ist keine 
Weinsäure zugegen, da weinsaures Magnesium in der alkoholischen 
Lösung unlöslich ist. 
Die grösste Menge Citronensäure wird in der Baumwolldruckerei, 
theils um Farben zu erhöhen, theils als Aetzbeize, verbraucht. Ferner 
findet sie in pharmaeeutischen Präparaten und wegen ihres angenehm 
sauren Geschmacks als Limonade und Zusatz zu Speisen mannigfache 
Anwendung. 
Auf dem Gebiete der aromatischen Säuren sind entsprechend der 
raschen Entwickelung, welche die Chemie der Benzolderivate über 
haupt während des letzten Decenniums erfahren, einige ganz neue In 
dustriezweige ins Leben gerufen worden. Ausser der Technik der 
Benzoesänre ist namentlich die noch ganz junge, aber bereits sehr aus 
gedehnte Industrie der Salicylsäure und der Phtalsäure zu verzeichnen. 
Benzoesäure. — Anhang: Naphtoesäure. 
Wie die Ameisensäure die einfachste einbasische Säure in der grossen 
Gruppe der organischen Verbindungen ist, welche man als Fett- oder 
steatische Körper zu bezeichnen pflegt, so ist ihr entsprechendes Glied 
B Chapman u. Smith, Dingt, pol. J. CLXXXVI, 158. 2) Wimmel 
Zeitschr. anal. Chem. VII, 264. 3) Blacher, Journ. Pharm. d’Anvers 
XXIII, 443.
	        
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