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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
lassen, die viel reicher an freier Salicylsäure sind, als die gewöhnliche 
wässerige Lösung. Die H.Hrn. Kolbe und v. Meyer 1 ) haben indess 
nachgewiesen, dass Salze wie phosphorsaures Natron und Borax mit 
der Salicylsäure chemische Verbindungen eingehen. 1 Mol. Borax kann 
gegen 3 Mol.. Salicylsäure chemisch binden. Der Zusatz dieser Salze 
zum Zweck der Vergrösserung der Löslichkeit der Säure ist also unzu 
lässig. Da im Blute Phosphate enthalten sind, so wird die Salicylsäure 
bei innerlichem Gebrauch einen grossen Theil ihrer therapeutischen 
Wirkung einbüssen, und es wird wohl noch lange ein Problem bleiben, 
die Salicylsäure in freiem Zustande ohne Unzuträglichkeiten den Kör 
per durchlaufen zu lassen. 
Anmerkun g. 
Ausser den bereits citirten Arbeiten seien noch die folgenden erwähnt, 
wobei bemerkt wird, dass diese Aufzählung nicht Anspruch darauf erhebt, dass 
sie absolut vollständig sei. —Kolbe, Journ. f. prakt. Chem. X, 89 (Versuche 
über die antifermentative und antiseptische Wirkung der Salicylsäure an einem 
Gemisch von Mandelemulsion und Amygdalin, an mit Wasser angerührtem 
Senfmehl, an Traubenzuckerlösung, an Bier, Milch, Harn und Fleisch; ferner 
Resultate der Salicylsäurean Wendung in der Klinik des Hrn. Prof. Thier sch 
in Leipzig.) — Kolbe, Journ. f. prakt. Chem. XI, 9. (Einfluss der Salicyl 
säure auf Conservirung des Trinkwassers, auf Zahn-, Mund- und Fusspflege. 
Unschädlichkeit der Salicylsäure für den Organismus.) — Kolbe, Journ. f. 
prakt. Chem. XI, 213. (Referate über die Feser’schen Versuche.) — Kolbe 
und v. Meyer, Journ. f. prakt. Chem. XII, 133. (Quantitative Versuche 
über die gährungshemmende Kraft der Salicylsäure. Ferner Versuche mit 
anderen Säuren, von denen Kresotinsäure, Benzoesäure, Chlorsalylsäure, Clilor- 
dracylsäure die alkoholische Gährung einer Zuckerlösung in verschieden star 
kem Grade hemmen, dagegen Mandelsäure, Gallussäure, Pyrogallussäure, 
PI)talsäure und Isophtalsäure unwirksam sind.) — Kolbe, Journ. f. prakt. 
Chem. XII, 161. (Polemik gegen die HerrenFeser und Friedberger, sowie 
gegen Hrn. Fleck.) —E.v. Meyer und Kolbe, Journ. f. prakt. Chem. XII, 178. 
(Vergleich der antiseptischen Wirkungen der Benzoesäure und Salicylsäure 
in Bierwürze und im Harn; Einfluss von Salzen wie Borax und Natrium 
phosphat auf die Salicylsäure.)—Thiersch, Klinische Vorträge, Nr. 84 u. 85. 
(Klinische Ergebnisse der Lister’schen Wundbehandlung und über den Ersatz 
der Carbo]säure durch Salicylsäure. Die antiseptische Wirkung der Salicyl- 
säureverbände wird für ebenso zuverlässig als die der Lister’schen Carbol- 
verbände gehalten.) — Neubauer, Journ. f. prakt. Chem. XI, 1 u. 354. 
(Salicylsäure verhindert die Gährung des Mostes, hemmt sie bei gleichzeitigem 
Zusatz von Hefe. Sie ist mehr ein Mittel, welches Nachgährungen und Krank 
heiten der Weine sowohl vorbeugt, als bereits vorhandene Krankheiten heilt.) — 
Müller, Journ. f. prakt. Chem. X, 444. (Verf. findet, dass die Salicylsäure 
gegenüber den sogenannten unorganisirten Fermenten wirksamer als die Car- 
*) v. Meyer u. Kolbe, J. pr. Chem. XII, 200.
	        
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