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Gruppe III. Chemische Industrie.
führen. Eine befriedigende Lösung fand die Frage nach der Constitution
des Tannins durch die Arbeit von H.Schiff 1 ), welcher sowohl
durch Erhitzen mit Arsenshure, als auch mit Phosphoroxychlorid auf
100 bis 120° die Gallussäure in Tannin, letzteres durch Kochen mit
Salzsäure wieder ganz in Gallussäure überführte.
Schiffs Resultate führen mit einem hohen Grade von Wahrscheinlichkeit
zu der Auffassung, dass das Tannin das Anhydrid der
Gallussäure sei, eine Digallussäure (was schon Hlasiwetz vermuthete),
und dass die Beziehungen beider ausgedrückt werden durch die
Formel:
(Gallussäure)
Nach Schiff enthält die rohe Gerbsäure wie sie sich in der
Pflanze findet, offenbar Glycose als blossen Gemengtheil, durch geeignete
Reinigung kann man den Zuckergehalt auf wenige Procente reduciren,
ohne dass die Gerbsäure auch nur die geringste Veränderung
erleidet. Wahrscheinlich ist die in der Pflanze vorhandene Verbindung
ein sehr leicht zersetzbares Glucosid einer Polygallussäure.
Neuere Versuche von Sac 2 ), welcher aus 43 p. C. Gerbsäuren
enthaltenden Galläpfeln durch dreimonatliche Gährung 50 p. C. Gallussäure
erhielt, bestätigen vollkommen Schiffs Auffassung 3 ).
Die für die technische Verwendung höchst wichtige Aufgabe, den
Gehalt an Gerbsäure in den verschiedenen von der Natur gelieferten
Materialien mit Sicherheit zu ermitteln, hat einer ganzen Reihe von
auf den verschiedensten Principien beruhenden Methoden der Gerbsäurebestimmung
den Ursprung gegeben, und es ist in der That gelungen,
die technische Bestimmung der Gerbsäure zu einem bedeutenden
Grad der Genauigkeit zu bringen. Eine Uebersicht dieser verschie-J
) Schiff, Ber. ehern. Ges. IV, 232, 967; Arm. Chem. Pharm. CLXX, 43.
2 ) Sac, Compt. rend. LXXII, 766. 8 ) Zur Literatur der verschiedenen Gerbsäuren
vergl. ferner: Bochleder, Wien. Acad. Ber. LIV, 607; J. pr. Chem.
C, 346, über den Gerbstoff der Bosskastanie. — Bembold, Wien. Acad. Ber.
LV, 559, über Chinagerbsäure; Derselbe ibid. 571 über Granatgerbsäure; ibid.
LVI, 391 über Tormentillgerbstoff. — Grabowski, ibid. LV, 562 über Batanhiagerbsäure;
ibid. LVI, 387 über Eichengerbsäure. — Malin, ibid. LV, 564
über Eilixgerbsäure. — Bochleder, ibid. LVIII, 169, 222 über den Gerbstoff
von Abies pectinata. — Löwe, J. pr. Chem. CV, 32, 75 über Catechugerbsäure.
— Dreykorn und Beichardt, Dingl. pol. J. CXCV, 157 über den
Gerbstoff des Erlenholzes. — Wagner, Dingl. pol. J. CCV, 137 über die
Sumacharten. — Löwe, Zeitschr, f. anal. Chem. XII, 128 über Sumachgerbsäure.
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