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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

Organische Säuren. 453 
(lenen Methoden, die nach den im Wesentlichen übereinstimmenden 
vergleichenden Versuchen von Fr. Gauhe 1 ), Hall wachs 2 ), C. 0. Ceeh 3 ) 
und Anderen mehr oder weniger brauchbar sind, möge in Kurzem 
folgen. 
Persoz’s 4 ) ursprüngliches Verfahren, nach welchem die ver 
dünnte Gerbsäurelösung durch eine mit Salmiak versetzte Zinnchlorür- 
lösung gefällt und das Volumen des Niederschlags von Zinnoxydul - 
tannat nach 10- bis 12 ständiger Ruhe in einem graduirten Cy linder 
gemessen wird, wurde von Risler-Beunat 5 ) dahin modificirt, dass 
er den Niederschlag durch Glühen mit salpetersaurem Ammon in Zinn 
oxyd überführt und dies gewichtsanalytisch bestimmt. 
Das zuerst von Fehling 6 ) angegebene Verfahren besteht in der 
Fällung der Gerbsäure durch eine titrirte Leimlösung, welche man so 
lange zufliessen lässt, bis keine Trübung mehr erfolgt. G. Müller 7 ) 
verbessserte es später durch Zusatz von Alaun zur Leimlösung, wo 
durch sich der Niederschlag besser absetzt. F. Schulze 8 ) empfiehlt, 
sowohl die titrirte Leimlösung, als auch den Gerbstoffauszug mit Sal 
miak zu sättigen, um das Absetzen des Niederschlags zu befördern. 
Die ursprünglich von Monier 9 ) empfohlene Methode, welche auf 
der Oxydation der Gerbsäure durch titrirte Chamäleonlösung bis zur 
bleibenden Rothfärbung beruht, ist durch die Verbesserungen von 
Löwenthal 10 ) und später C. Neubauer 11 ) zu einer der genauesten 
gestaltet worden. Löwenthal führte als Indicator der Endreaction 
eine Indigolösung ein, auf Grund der Thatsache, dass Gerbsäure und 
Indigolösung stets gleichzeitig durch Chamäleon oxydirt werden und 
dass mit der letzten Spur des letzteren auch die letzte Spur der ersteren 
verschwindet. C. Neubauer schlägt mit Rücksicht darauf, dass durch 
die Chamäleonlösung auch die in den meisten Gerbstofflösungen vor 
handene Pectinsäure (J, Löwe) oxydirt wird und also die Resultate etwas 
zu hoch ausfallen, folgende Modification vor: Eine Probe der Gerbstoff- 
lösung wird direct nach Löwenthal bestimmt, eine zweite Probe wird 
mit Thierkohle behandelt, wodurch die Gerbsäure (und auch Gallussäure), 
t) Gauhe, Fresen. Zeitschr. f. anal. Chem. 1864, 122. 2 ) Hallwachs, 
Dingl. pol. J. CLXXX, 53. 3 ) Cech, Diss. Heidelberg 1867; vergl. Gün 
ther, Russ. Zeitschr. Pharm. IX, 161, 194, 225; Büchner, Dingl. pol. 
J. CLXXXIY, 250, 330; Braun, Zeitschr. f. anal. Chem. 1868, 130. 4 ) Per- 
soz, Traite de l’impression des tissus I, 284. 6 ) Risler-Beunat, 
Zeitschr. f. anal. Chem. 1863, 287. 6 ) Fehling, Dingl. pol. J. CXXX, 53. 
7 ) Müller, Dingl. pol. J. CLI, 69. 8 ) Schulze, Dingl. pol. J. CLXXXII, 
182; ferner Vogel, Illustr. Gewerbebl. 1867, Nr. 1. 9 ) Monier, Compt. 
rend. XLVI, 577. 10 ) Löwenthal, J. pr. Chem. LXXXI, 150. n ) Neu 
bauer, Zeitschr. f. anal. Chepi. 1871, 1; vergl. Merrick, Amer. Chemist 
III, 324; IV, 15, 202; Escourt Chem. News XXIX, 109; Procter, 
ibid. XXX, 51.
	        
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