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Gruppe III. Chemische Industrie.
heiten des Weines durch mikroskopische pflanzliche Organismen hervorgerufen
werden, Parent 1 ) unter Mitwirkung von Nodot eine eingehende
Untersuchung angestellt. Er gelangt zu dem Kesultat, dass
Tannin die Vermehrung der pflanzlichen Organismen hemmt. Parent
erklärt die aus der Traube gewonnene Gerbsäure für die geeignetste,
da z. B. Gallusgerbsäure dem Wein einen unangenehmen Beigeschmack
verleihe. Die Anwendung von Gerbsäure macht, wie er ferner angiebt,
das „Pasteurisiren“ (Erhitzen des Weines auf 60°) oder Alkoholzusatz’
völlig überflüssig. Parent erklärt, mittelst seiner Methode nicht nur
den Wein ganz klar und haltbar und zu den weitesten Transporten
fähig, sondern auch kranken Wein wieder brauchbar machen
zu können.
Zur Bereitung guter Tinte werden fast stets angewandt aleppische
und chinesische Galläpfel, seltener Knoppern, Eichenholz, Sumach, Catechu,
Tormentillwurzel, Bahlah, Dividivi, Kinogummi.
Der die Tinte bildende schwarzblaue Niederschlag ist gerbsaures
Eisenoxyduloxyd und kann erzeugt werden einerseits in Eisenoxydlösungen,
indem ein Theil des Oxyds durch die Gerbsäure zu Oxydul
reducirt wird; am besten indess, indem ein Gemisch der Gerbstofflösung
mit der Lösung eines Eisenoxydulsalzes, welches in concentrirter Lösung
für sich einen weissen Niederschlag hervorbringt, der oxydirenden Wirkung
der Luft ausgesetzt wird; allmälig setzt sich das schwarzblaue
gerbsaure Eisenoxyduloxyd ab. Gallussäure, der gewöhnliche Begleiter
der Gerbsäure in den Galläpfeln, verhält sich gegen Eisensalze in
ganz derselben Weise. Zum Verdunkeln der Farbe der Tinte wird
vielfach noch der Zusatz eines anderen Farbstoffes, eines Blauholzauszuges
(Blauholz-Galläpfeltinte) oder einer Indigolösung (Alizarin-Tinte)
gemacht. Der Zusatz von arabischem oder Senegalgummi oder
Dextrinsyrup bezweckt die Suspendirung des Eisenniederschlages.
0. H. Viedt 2 ) hat in einer ausführlichen Arbeit über die Herstellung
von Tinten auch die geeignetsten Verhältnisse zur Bereitung
guter Gerbsäuretinten gegeben (vergl. den Artikel dieses Werks
„Tinten“).
In der Färberei finden die Gerbsäuren und vor Allem das Tannin
vielfache Verwendung auf Grund ihrer Eigenschaft, sowohl mit der
pflanzlichen und thierischen Faser, als auch mit Farbstoffen beständige
mechanische Verbindungen einzugehen. Die meisten pflanzlichen
Pigmente sind nur vermittelst Beizen zum Färben verwendbar. Die
zu färbenden Zeuge werden zuerst mit der Beize versehen und erst
nach Befestigung derselben in die Farbstofflösung gebracht. Die
Parent, Ding], pol. J. CCI, 376. 2 ) Viedt, Dingl. pol. J. CCXVI
453 ff.