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Gruppe III. Chemische Industrie.
Die Gerbung durch Eisensalze ist indess nicht widerstandsfähig gegen
Wasser. Am haltbarsten ist sie bei Fixirung des Eisensalzes auf der
Faser nach dem Vorschläge von Fr. Knapp als Eisenseife.
Das Hantfibroin behält auch nach seiner Vereinigung mit den Gerb
stoffen die Fähigkeit, sich wie im unverbundenen Zustande in Leim zu
verwandeln. Indess bleibt die Gerbsäure mit dem Leim verbunden,
während die anorganischen Gerbstoffe keine unlösliche Verbindung mit
Leim eingehen, sondern schon durch kaltes Wasser, leichter durch
kochendes, aufgelöst und getrennt werden.
Reimer kommt zu dem schon von Knapp aufgestellten Resultat,
dass die Erscheinungen beim Gerben der thierischen Haut vollkommen
die analogen sind wie beim Färben der thierisclien Faser, dass sie wie
diese nach den Gesetzen der Capillaranziehung vor sich gehen.
Gallussäure, C 6 H 2 |qqq^ und Pyrogallussäure, C 6 H 3 (OH) 3 ,
die schon von Scheele 1785 entdeckten Zersetzungsproducte der
Gallusäpfelgerbsäure, finden wegen ihrer Eigenschaft, die Oxyde der
edlen Metalle, speciell Silberlösungen zu reduciren, ausgedehnte Ver
wendung in der Photographie zum Entwickeln der Bilder, und zwar
wird jetzt fast ausschliesslich die Pyrogallussäure zu diesem Zweck
benutzt und in grösserem Maassstabe dargestellt, so dass die Bereitung
der Gallussäure vorzugsweise als Mittel zur Darstellung der Pyro
gallussäure dient.
Die Gallussäure, deren Beziehungen zum Tannin durch die citirten
Arbeiten von H. Schiff völlig aufgeklärt sind, und deren Constitution
durch die Synthese aus Dijodsalicylsäure, C 6 H 2 J, 2 { C q q H , mittelst
Aetzkali Lautemann 1 ) erwiesen ist, findet sich fertig gebildet neben
Gerbsäure in vielen Pflanzen, namentlich in den Galläpfeln, in den
Mangokörnern, im Dividivi (den Früchten von Caesälpinia coriaria),
im Thee etc.
Nach Stenhouse 2 ) kann sie aus diesen Pflanzen durch Auskochen
mit Wasser gewonnen und von der beigemengten Gerbsäure dadurch
getrennt werden, dass man diese mit Leimlösung fällt, und das Leim-
tannat abfiltrirt.
Den geeignetsten Ausgangspunkt zu ihrer Darstellung bildet die
Galläpfelgerbsäure, die sowohl bei Einwirkung von Alkalien als Säuren
oder durch die Wirkung des in den Galläpfeln enthaltenen Ferments
leicht in Gallussäure übergeht.
!) Lautemann, Ann. Chem. CXX, 209 *) Stenhouse, Ann. Client.
XLV, 9.