Alkaloide.
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angeritzt worden sind, so wird der austretende Milchsaft abgewaschen
und geht verloren ebenso meist nach Regen, weil in diesem Falle der
Saft zu wässerig oder verdünnt ist und leicht von der Mohnkapsel abtropft.
' “ ker Wind und starker Thau beeinträchtigen gleichfalls die Opium
ernte. Heisse trockne Erntezeit ergiebt wenigOpium, welches dann im
Allgemeinen reichhaltiger an Morphin ist.
Ebenso muss die Opiumgewinnung zur rechten Zeit vorgenommen
werden, nicht zu früh, da sonst die Kapseln leicht durchgeschnitten würden
noch zu spat, da, wie Verfasser i) gefunden hat, das Morphin mit zu
nehmender Reife der Mohnpflanze abnimmt, und schliesslich ganz ver
schwindet. Aus diesem Grunde erhielt offenbar Aubergier 2 ) 1844 von
weissem Mohn als erste Ernte ein Opium mit 8‘57 p.C. Morphin, als
zweite Ernte dagegen, welche 8 Tage später vorgenommen wurde, ein
Opium mit nur D52 p.C. Morphin.
Obgleich die Opiumcultur in Deutschland und in Nordamerika sich in
< en ersten Stadien ihrer Entwickelung befindet, so ist dieselbe auch schon
aul Abwege gerathen, indem man nämlich in Nordamerika sowohl wie in
urttemberg das mühsame Einsammeln des Opiums dadurch abzukürzen
suchte, dass man unmittelbar die ganze Mohnpflanze oder Theile der
selben auspresste und den gewonnenen Saft eintrocknete. In solchem
räparat ist der Morphingehalt äusserst gering und nicht zu verwerthen.
. Wenngleich in Deutschland bis jetzt schon hübsche Quantitäten von
Opium gewonnen worden sind, so sind dieselben doch zu gering gewesen,
um irgend welchen Einfluss auf den Markt auszuüben, noch das türkische
Opium zur Morphindarstellung entbehrlich zu machen.
Wie bedeutend die Opiumcultur in Kleinasien ist, ergiebt sich aus
coin Bericht von J. M. Stöckel 3 ). Dort betrug die Opiumernte im
Jahre 1871 etwa 7000 Couffen, 1872 etwa 4000 bis 5000 Couffeii
(1 Couffe = circa 60 Kg, H/, Couffe = 1 Kiste).
Es wurden von Smyrna in den Monaten Januar bis Juni ausgeführt:
■ . nach dem Contineut Singapur
m daUre England Nordamerika mit Holland und China
408 592 100 Kisten Opium.
1872 1102 480 704 466
Von diesem Opium wird das Tschikinte, d. i. die der Roba Commune 4 )
entnommene Ausschusswaare, gewöhnlich in Deutschland und in Frank
reich zur Blorjjhingewinnung verwendet.
J ) Hesse, Ann. Chem. Pharm. Suppl. VIII, 332. 2 ) Aubergier
Gmelin, Chemie VII, 8. 1326. ») S t ö c k e 1, Handelsbeilage zur Allgemeinen
Leitung vom 10. Aug. 1872. 4 ) Die Roba Commune wird in der Gegend von
Ahoiin Caraissar, Taunkauli und Uschak gesammelt und ist ein grossbrodiges
pium von 7'5 bis 9 p. C. Morphin. Mit „Yerli“ wird ein mittleres Opium
bezeichnet, das in der Gegend von Kirkagatsch, Kiutahia und Akhissar ge
wonnen wird, endlich das beste Opium, „Bojaditsoh“ genannt,weil es vorzugs
weise in dem gleichnamigen Orte erzeugt wird.
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