Alkaloide.
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herabdrückt. Mattkiessen und Wright haben ferner gezeigt, dass
das Narcotin beim Erhitzen mit Wasser auf 200° nach der folgenden
Gleichung in Cotarnin und Mekonin zerfällt:
C 22 H 23 N O7 = CjjHjsNOs -f- Cj 0 Hi 0 O4.
Hieraus erklären diese Chemiker das Vorkommen des Mekoninsim
Opium, nur wäre dann auch anzunehmen, dass im Opium Cotarnin ent
halten sein müsste, das bis jetzt darin vergeblich aufgesucht worden ist.
%
Thebain, C I9 H 21 N03, hat Verf. mittelst Weinsäure von anderen
dasselbe begleitenden Opiumbasen geschieden und gezeigt, dass es sehr
gut krystallisirende Salze bildet, sowie dass es mit verdünnter Schwefel
säure oder Salzsäure bis zum beginnenden Kochen der Lösung erhitzt
sich sehr leicht in zwei isomere Basen, Thebenin und Thebai'cin, um
setzt, so zwar, dass es erst das Thebenin und dann das Thebai'cin bildet.
Beide Basen sind amorph und verändern sich sehr leicht an der Luft,
allein in Verbindung mit Säuren sind sie beständiger. Von den letzteren
Verbindungen lassen sich die Thebeninsalze sehr leicht krystallisirt er
halten, von denen sich besonders das Sulfat durch seine Schwerlöslichkeit
auszeichnet.
Cryptopin, von T. und H. Smith 1 ) entdeckt, jedoch noch nicht
rein erhalten, hat Verfasser von dem dasselbe begleitenden Trotopin,
C 20 H 19 N 0 5 , getrennt und nach der Formel C 2 [ H 23 N 0 5 zusammengesetzt
gefunden. Es löst sich sehr schwer in Alkohol, Aether, Benzin, am
besten noch in Chloroform und färbt eisenoxydhaltige Schwefelsäure
sogleich schön dunkelviolett, während diese Färbung nicht sogleich ein-
tritt, wenn die Säure ganz rein ist. Es bildet mit den verdünnten Säuren
Salze, die sich durchgehende gallertartig abscheiden und nicht selten
diese Form beibehalten. Von diesen Salzen ist besonders zu erwähnen:
das Chlorhydrat, welches meist nach der Formel C 2 iH 23 N0 5 , HCl
-j- 6 H 2 0, zusammengesetzt ist, das saure Oxalat, C 2 i H 2 3 N O5, C_» IL 0 4 ,
und saure Tartrat, C 21 H 23 N 0 5 , C 4 H (1 0, + 1 H 2 0. Letzteres Salz löst
sich sehr schwer in kaltem \V asser und ist nahezu unlöslich in concen-
trirter Salzsäure (worin sich das in Wasser ebenfalls schwer lösliche
saure Thebaintartrat sehr leicht löst).
Da das Cryptopin (von Smith) nach Harley 2 ) wie ein Hypnoticum
und Excitans wirkt, auch Erweiterung der Pupille verursacht, so wird
vielleicht die Anwendung dieses Alkaloids in der Medicin nicht aus-
bleiben.
i) Smith, Pharm. Journ. Trans. [2] VIII, 595 u. 716. 2 ) Harley,
The Old Vegetable Neurotics. London 1869.