Alkaloide.
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anderen Opiumbasen dadurch aus, dass es sich, mit concentrirter Salpeter
säure befeuchtet, stahlgrün färbt. Mit Eisenchlorid aber färbt es sich,
wie das vorige, dunkelgrün. Mit Ausnahme des Jodhydrats konnten
keine krystallisirbaren Salze des Codamins erhalten werden.
Laudanosin, C 2 i II27NO4, 1871 entdeckt, löst sich leicht in Aethor
und Alkohol und krystallisirt aus kochendem Benzin in blendend weissen
kleinen Prismen, welche sich, wie an einer von Jobst ausgestellten
Probe zu sehen war, am Lichte allmälig gelb färben.
Es scheint sich zum Laudanin zu verhalten wie das Codein zum
Morphin und wäre deshalb vielleicht als Methyllaudanin zu betrachten.
Hydrocotarnin, Ci 2 H 15 N0 3 -)- l /. i H 2 0, ebenfalls 1871 entdeckt,
löst sich leicht in Aether, schmilzt bei 50° und zersetzt sich bei 100°,
dabei weisse, nach Carbolsäure riechende Dämpfe entwickelnd. Es bildet
mit Säuren zum Theil gut krystallisirende Salze, wovon das Chlorhydrat,
C 12 H15 N 0 3 1^/2 H 2 0, in langen dünnen Nadeln, das Jodhydrat,
C 12 H 15 N0 :! , HJ, in kürzeren glänzenden Prismen krystallisirt.
Es bewirkt Tetanus und gehört, wie F. A. Falck 1 ) gefunden hat,
zu den stärker wirkenden Giften, steht jedoch darin dem Thebain nach.
Lanthopin, 1870 aufgefunden, hat die Formel Q23H25NO5 und
liefert mit Säuren Verbindungen, welche sich aus ihren Lösungen
meist gallertartig abscheiclen. Das Chlorhydrat krystallisirt in weissen,
dem Narcein ähnlichen zarten Nadeln von der Zusammensetzung
C 2 3 H25 N0 5 , H CI + 6 H 2 0. Das Lanthopin löst sich leicht in Kali
lauge und wird hieraus nach Art des Morphins durch Salmiak gefällt.
Mekonidin, C 21 H 23 N0 4 , von Merck schon früher an seiner Far-
benreaction bemerkt, jedoch 1870 vom Verfasser in Substanz und rein
dargestellt, ist weiss amorph, färbt sich aber am Lichte sehr bald gelb.
Mit Essigsäure giebt es farblose Lösungen, desgleichen auch in der Kälte
mit Salzsäure oder verdünnter Schwefelsäure, doch färben sich die
letzteren Lösungen sehr bald purpurroth, namentlich beim Kochen, wobei
die Base in eine andere leicht veränderliche Substanz übergeht.
Verwandt mit Mekonidin ist das Iihöadin 2 ), welches sich in
allen Theilen von Papaver lih'öas vornndet und das nach der Formel
C 21 H 2 i N 0$ zusammengesetzt ist. Es krystallisirt aus kochendem Alkohol
in kleinen weissen Nadeln, welche sich sehr schwer in Alkohol und in
Aether lösen. Zu verdünnter Schwefelsäure verhält sich das Rhöadin
B Falck, Toxicologische Studien über das Hydrocotarnin. Inaugural-
Dissert. Marburg 1872. 2 ) Hesse, Ann. Chem. Pharm. Suppl. IV, 50,
CXL, 145 und CXLIX, 35.