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Gruppe III. Chemische Industrie.
bezüglich der Farbenreaction zwar gleich wie das Mekonidin, allein es
wird hierbei der Hauptsache nach (bis 99 p. C.) in das isomere Rhöagenin
verwandelt. Letzteres Alkaloid bildet mit Säuren meist hübsch krystallisirende
Salze. Das Rhöadin zeigte sich völlig unwirksam auf den
Thierkörper. Diese Thatsache scheint beachtenswerth zu sein, indem
sich bekanntlich der Papav. Rhöas sehr häufig unter Getreide vorfindet,
namentlich aber unter Klee und anderen Futtergewächsen.
Chinaalkaloide. Es wurde mehrfach behauptet, dass die Chinaalkaloide
bezüglich ihres Vorkommens auf die echten Chinarinden beschränkt
seien, doch hat Verfasser 1 ) gezeigt, dass die von Jobst ausgestellte
China cuprea, obgleich zu den falschen Chinarinden gehörend,
doch Chinin und andere Chinaalkaloide enthalte und zwar von dem
ersteren Alkaloid solche Mengen, dass sich diese Rinde sogar vortheilhaft
zur Chininfabrikation eignet. Wie an einem anderen Orte (s. d. Ber. II,
491) gezeigt wurde, so hat im Allgemeinen der Chiningehalt der Chinarinden
abgenommen, während andere weniger werthvolle Chinabasen
relativ an Quantität zugenommen haben. Dieses Missverhältniss hat
gleichwohl die übliche Darstellungsart dieser Basen nicht merklich
alterirt, es gab sich aber im Preise des Chinins kund, der in Folge dieses
geringeren Chiningehalts im Rohmaterial beträchtlich gestiegen ist.
Die Chininfabrikation wurde vor wenigen Jahren vorzugsweise in
Frankreich, England und namentlich in Deutschland betrieben. Inzwischen
wurde auf einem englischen Meeting gerühmt, dass in Nordamerika
die Chininfabrikation so weit gekräftigt sei, um den eigenen
Bedarf zu decken. Dieser Fortschritt darf jedoch nicht überraschen,
wenn man berücksichtigen will, dass jene Staaten nach einem furchtbaren
Bürgerkriege von einer Schutzzollmauer umgeben wurden, wodurch
jede solide Concurrenz des Auslandes wenigstens auf diesem
Gebiete der Industrie ausgeschlossen ist. Dafür erfreut sich aber dort
der Patient nicht selten um verhältnissmässig mehr Geld der Wirkung
eines weniger reinen Products, z. B. eines Chinins, das Salicin enthält,
anderes, das wieder mit Jodkalium kristallinische Salze giebt und daher
Conchinin oder vielleicht Cinchonin enthalten mag.
Chinin und Salze desselben waren von mehreren Seiten ausgestellt;
neu war das Chinin eugenic., C 20 H 24 NO 2 , C 10 H 12 O 2 , das Chinin sulfur.
biacid., C 20 H 24 N 2 O 2 , 2 U 2 S0 4 -f~ 7 H 2 0, und namentlich interessant das
schön krystallisirte Chininhydrat, C 2(J II 24 N 2 0 2 + 3 Ii 2 0, sämmtlich
von Jobst ansgestellt und vom Verfasser 2 ) untersucht.
C. Zimmer brachte das Dihydroxylchinin, C 20 H 26 N 2 O 4 -j- 4H 2 0,
welches G. Kerner 3 ) aus dem Chinin mittelst übermangansauren Ka-B
Hesse, Ber. cbem. Ges. IV, 818. 2 ) Hesse, Ami. Chem. Pharm.
CXXXV, 329 und G'LXVI, 219. s ) Kerner, Ztschr. Chem. 1869, 593^