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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

474

Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
bezüglich  der  Farbenreaction  zwar  gleich  wie  das  Mekonidin,  allein  es
wird  hierbei  der  Hauptsache  nach  (bis  99  p.  C.)  in  das  isomere  Rhöagenin
verwandelt.  Letzteres  Alkaloid  bildet  mit  Säuren  meist  hübsch  krystallisirende
  Salze.  Das  Rhöadin  zeigte  sich  völlig  unwirksam  auf  den
Thierkörper.  Diese  Thatsache  scheint  beachtenswerth  zu  sein,  indem
sich  bekanntlich  der  Papav.  Rhöas  sehr  häufig  unter  Getreide  vorfindet,
namentlich  aber  unter  Klee  und  anderen  Futtergewächsen.
Chinaalkaloide.  Es  wurde  mehrfach  behauptet,  dass  die  Chinaalkaloide ­
  bezüglich  ihres  Vorkommens  auf  die  echten  Chinarinden  beschränkt ­
  seien,  doch  hat  Verfasser 1 )  gezeigt,  dass  die  von  Jobst  ausgestellte ­
  China  cuprea,  obgleich  zu  den  falschen  Chinarinden  gehörend,
doch  Chinin  und  andere  Chinaalkaloide  enthalte  und  zwar  von  dem
ersteren  Alkaloid  solche  Mengen,  dass  sich  diese  Rinde  sogar  vortheilhaft
zur  Chininfabrikation  eignet.  Wie  an  einem  anderen  Orte  (s.  d.  Ber.  II,
491)  gezeigt  wurde,  so  hat  im  Allgemeinen  der  Chiningehalt  der  Chinarinden ­
  abgenommen,  während  andere  weniger  werthvolle  Chinabasen
relativ  an  Quantität  zugenommen  haben.  Dieses  Missverhältniss  hat
gleichwohl  die  übliche  Darstellungsart  dieser  Basen  nicht  merklich
alterirt,  es  gab  sich  aber  im  Preise  des  Chinins  kund,  der  in  Folge  dieses
geringeren  Chiningehalts  im  Rohmaterial  beträchtlich  gestiegen  ist.
Die  Chininfabrikation  wurde  vor  wenigen  Jahren  vorzugsweise  in
Frankreich,  England  und  namentlich  in  Deutschland  betrieben.  Inzwischen ­
  wurde  auf  einem  englischen  Meeting  gerühmt,  dass  in  Nordamerika ­
  die  Chininfabrikation  so  weit  gekräftigt  sei,  um  den  eigenen
Bedarf  zu  decken.  Dieser  Fortschritt  darf  jedoch  nicht  überraschen,
wenn  man  berücksichtigen  will,  dass  jene  Staaten  nach  einem  furchtbaren ­
  Bürgerkriege  von  einer  Schutzzollmauer  umgeben  wurden,  wodurch ­
  jede  solide  Concurrenz  des  Auslandes  wenigstens  auf  diesem
Gebiete  der  Industrie  ausgeschlossen  ist.  Dafür  erfreut  sich  aber  dort
der  Patient  nicht  selten  um  verhältnissmässig  mehr  Geld  der  Wirkung
eines  weniger  reinen  Products,  z.  B.  eines  Chinins,  das  Salicin  enthält,
anderes,  das  wieder  mit  Jodkalium  kristallinische  Salze  giebt  und  daher
Conchinin  oder  vielleicht  Cinchonin  enthalten  mag.
Chinin  und  Salze  desselben  waren  von  mehreren  Seiten  ausgestellt;
neu  war  das  Chinin  eugenic.,  C 20 H 24 NO 2 ,  C 10 H 12 O 2 ,  das  Chinin  sulfur.
biacid.,  C 20 H 24 N 2 O 2 ,  2  U 2 S0 4  -f~  7  H 2 0,  und  namentlich  interessant  das
schön  krystallisirte  Chininhydrat,  C 2(J II 24 N 2 0 2  +  3  Ii 2  0,  sämmtlich
von  Jobst  ansgestellt  und  vom  Verfasser 2 )  untersucht.
C.  Zimmer  brachte  das  Dihydroxylchinin,  C 20 H 26 N 2 O 4  -j-  4H 2 0,
welches  G.  Kerner 3 )  aus  dem  Chinin  mittelst  übermangansauren  Ka-B

  Hesse,  Ber.  cbem.  Ges.  IV,  818.  2 )  Hesse,  Ami.  Chem.  Pharm.
CXXXV,  329  und  G'LXVI,  219.  s )  Kerner,  Ztschr.  Chem.  1869,  593^
            
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