Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

Alkaloide.  475
liums  darstellte  undals  Bestandteil  des  Harns  nach  grösserem  Gebrauch
von  Chinin  nachwies.
Von  den  Salzen  des  Chinins  sind  im  Laufe  der  letzten  Jahre  das
Chlorhydrat,  C 2 q  H 24  N 2  0 2 ,  H  CI  -f-  2  II 2 0,  und  das  sogenannte  Bisulfuricum,
  C 20 II 24  N 2  0 2  ,  H 2  S  0 4  -f-  7  II 2  0,  sehr  beliebt  geworden,  das
erstere,  weil  es  viel  leichter  vertragen  wird  als  das  Chininsulfat,  das
letztere  wegen  seiner  grossen  Löslichkeit  in  Wasser  und  daher  zu  Injectionen
  sehr  geeignet.
E.  Willm  und  E.  Caventou 1 )  haben  hervorgehoben,  dass  das
käufliche  Cinchonin  kleine  Mengen  eines  ihm  ähnlichen  Alkaloids  (Hydrocmchonin)
  enthalte,  welches  der  Einwirkung  des  übermangansauren
Kaliums  leichter  widerstehe  als  das  wirkliche  Cinchonin  und  daher  leicht
von  demselben  getrennt  werden  könne.  Verfasser 2 )  wies  aber  nach,
dass  das  Hydrocinchonin  nicht  in  dem  käuflichen  Cinchonin  enthalten
ist,  sondern  sich  erst  bei  der  Zersetzung  des  Cinchonins  mit  Kaliumhypermanganat
  bildet.  Anscheinend  giebt  es  nur  ein  Cinchonin,  nämlich ­
  das  von  Pelletier  und  Caventou  1820  entdeckte  Alkaloid.
Maracaibo-  und  andere  Chinarinden  enthalten  beträchtliche  Mengen ­
  Cinchonin;  es  Hessen  sich,  wenn  es  erfordert  wird,  grosse  Massen
von  diesen  Rinden  auf  den  Markt  bringen.  Indess  ist  gegenwärtig  der
Verbrauch  von  Cinchonin  gering,  so  zwar,  dass  derselbe  von  den  Mengen
von  Cinchoninsalzen  gedeckt  werden  kann,  welche  als  Nebenproduct
bei  der  Chininfabrikation  erhalten  werden.  Uebrigens  enthalten  die  zu
letzterem  Zwecke  verwendeten  Rinden  meist  nur  geringe  Mengen  Cinchonin, ­
  so  dass  die  Furcht  unbegründet  erscheint,  einestheils  dass  sich
dem  Chininsulfat  bei  dessen  Darstellung  Cinchoninsalz  beimischen
möchte,  andererseits  aber,  dass  der  Fabrikant,  wie  Hager 3 )  behauptet,
in  die  Lage  versetzt  werde,  das  Cinchonin,  um  es  zu  verwerthen,  in
Chinoidin  überführen  zu  müssen.
Mit  Conchinin  hat  Verfasser 4 )  das  von  Van  Heijningen 5 )  entdeckte, ­
  mit  dem  Chinin  isomere  und  (3-Chinin  genannte  Alkaloid  bezeichnet, ­
  um  die  Collisionen  zu  vermeiden,  die  sich  sowohl  aus  der  Bezeichnung ­
  ,,/2-Chinin“,  als  auch  aus  der  von  Pasteur  6 )  dafür  gewählten
Bezeichnung  „Chinidin“  ergeben  haben.  Diese  Collision  wurde  dem
sachkundigen  Besucher  der  Wiener  Ausstellung  recht  klar  vor  die  Augen
geführt.
Das  Conchinin  kommt  im  Handel  selten  vor,  indem  fast  alles,  was
dafür  gehalten  und  Chinidin  genannt  wird,  Cinchonidin  oder  ein  anderes

b  Caventou,  Ann.  Chem.  Pharm.  Suppl.  VII,  378.  2 )  Hesse,  Ann.
Chem.  Pharm.  CLXVI,  254.  s )  Hager,.  Commentar  zur  deutsch.  Pharmakopoe ­
  489.  D  Hesse,  Ann.  Chem.  Pharm.  CXLVI,  357,  und  CLXVI,  232.
5 )  Van  Heijningen,  ibid.  LXXII,  302.  6 )  Pasteur,  Compt.  rend.
XXXVI,  26.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.