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Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
der  Rinden  verwendet  wird,  G.  Calisaya  A  und  Ti.  C.  Hasscarliana  und
C.  Pdhudiana  höchst  werthvolle  Medicinalrinden,  selbst  C.  succirubra
und  C.  caloptera  können  noch  zu  demselben  Zwecke  dienen,  während
C.  Calisaya  D  und  E,  sowie  C.  officindlis  zu  grossen  Hoffnungen  für
die  Fabrikation  der  Alkaloide  berechtigen.
C.  Calisaya  E  stammt  von  Bäumen,  welche  aus  von  Bolivia  gekauften ­
  Samen  gezogen  wurden,  dieselbe  zeigt  den  höchsten  Chiningehalt, ­
  welcher  bislang  in  einer  grösseren  Parthie  Chinarinde,  sei  sie
amerikanischen  oder  ostindischen  Ursprungs,  überhaupt  constatirt  wurde.
Aber  damit  nicht  genug  melden  die  neuesten  Analysen  von  Java,  welche
für  das  zweite  Trimester  1873  soeben  veröffentlicht  wurden,  für  dieselbe ­
  Varietät  jetzt  bis  zu  9  p.  C.  Chiningehalt!
Nach  den  Holländern  unternahmen  die  Engländer  namentlich
durch  Markham,  welcher  1859  von  der  englischen  Regierung  nach
Südamerika  gesandt  wurde,  die  Anpflanzung  der  Cinchonen  in  Britisch
Indien,  theils  an  den  Abhängen  des  Himalayagebirges,  theils  auf  der
Insel  Ceylon.  Dieselben  konnten  sich  die  positiven  und  negativen  Erfahrungen ­
  ihrer  Vorgänger  in  vielen  Fällen  zu  Nutzen  machen  und
haben  diese  mit  einem  heutigen  Bestand  von  über  2i/ a  Milk  Pflanzen
quantitativ  bereits  überholt.  Leider  waren  die  englisch-ostindischen
Chinarinden  in  Wien  in  sehr  untergeordneter  Weise  ausgestellt  und
konnten  deshalb  die  verdiente  Beachtung  nur  in  beschränkterem  IVIaässe
finden.
Die  ostindischen  Chinaplantagen  der  Engländer  enthalten  hauptsächlich ­
  Cinchona  officinalis  und  Cinchona  succirubra.  Eine  vor  wenigen ­
  Tagen  in  London  verkaufte  Parthie  von  151  Colli  englisch  -  ostindischer ­
  Chinarinde  zeigte  zumeist  schöne  rissige  Röhren  von  hübscher
Stärke,  welche  als  Apothekerrinden  gute  Verwendung  finden  können.
Unter  den  einzelnen  Arten  sind  zu  erwähnen:
Cinchona  succirubra  mit  2’2  p.  C.  Chinin,
„  succirubra  unter  Moosbedeckung  aufgewachsen  mit  1'8  p.  C.
Chinin,
»  succirubra  nach  früherer  Schälung  erneute  Rinde  mit
2’4  p.  C.  Chinin,
„  officinalis  mit  2'8  p.  C.  Chinin,
n  „  unter  Moosbedeckung  gewachsen  mit  3'4  p.  C.
Chinin.
Schade,  dass  die  C.  succirubra  mit  fortschreitendem  Wachsthum
an  Chinin  ab-,  dagegen  im  Cinchonidingehalt  zunimmt  nnd  dass,  wie  es
scheint,  auch  die  Moosbedeckung  sowie  eine  in  den  englischen  Plantagen ­
  versuchte  stickstoffreiche  Düngung  die  Productionskraft  der
Pflanze  nach  ebenderselben  Richtung  steigern,  während  beide  so  interessanten ­
  Manipulationen  bei  der  C.  officinalis  den  Chiningehalt  entschieden ­
  günstig  beeinflusst  haben.
            
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