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Gruppe III. Chemische Industrie.
producte, sondern nur durch mechanisch beigemischte verkohlte Hüllen
überreste gefärbt und es sei möglich durch Kochen mit übermangan
saurem Kali, mit zweifach-chromsaurem Kali oder selbst mit Schwefel
säure sie zu präcipitiren und fortzuwaschen. So erhalte man hell-
gefärbte, sehr feste Fettsäuren von 48 bis 49° Schmelzpunkt und aus
ihnen durch Pressen harte Stearinsäure von 58 bis 59° Schmelzpunkt,
und für alle Zwecke geeignete Oleinsäure.
Bock verwirft aufs Vollständigste die Destillation der aus der
Schwefelsäureverseifung hervorgehenden Säuren, und hebt insbesondere
hervor, dass sie, mit unvollständig verseiften Producten vorgenommen,
im Laufe der letzten Jahrzehende undenkbare Mengen von Fett zerstört
habe. Hier befindet er sich ganz in Uebereinstimmung mit Stas,
denn wenn dieser auch die Destillation beibehält, so weist er doch dar
auf hin, dass unvollständig verseiftes Fett Temperaturen von 290 bis
300° zur Zerlegung und Destillation erfordere und damit Verluste
herbeiführe, während im Gegensatz dazu für fertig gebildete Fett
säuren weit niedrigere Temperaturen ausreichend und zweckmässig
seien. Stas will die Destillation rationell leiten, Bock will sie be
seitigen. Damit würde er allerdings den Verlust vermeiden, ohne wel
chen die Destillation überhaupt nicht ausführbar ist, und der nach
Stas 5 p. C. beträgt, aber es bleibt zweifelhaft, ob nicht auch auf
die höhere Ausbeute an Kerzenmaterial verzichtet wird, welche der
Schwefelsäureverseifung mit darauf folgender Destillation der Külkver-
seifung gegenüber Eingang verschaffte.
Ein und dasselbe Fett oder Fettgemenge liefert bei der Kalkver
seifung in Autoklaven 45 bis 48, bei Schwefelsäureverseifung mit Destil
lation 55 bis 60 p. C. Kerzenmaterial. Man braucht nicht nothwendig
eine Neubildung fester Fettsäuren anzunehmen, um diese Unterschiede
zu erklären. Es ist bereits oben erwähnt, dass bei der Kalkverseifung
unverseiftes Fett einen Theil der festen Fettsäuren in die abfliessende
Oleinsäure überführt und dass bei der Schwefelsäureverseifung olein-
haltige Stearinsäure verbraucht wird. Man presst die Destillate
weniger stark, da ein Rückhalt an Oleinsäure nicht färbt und nicht in
dem Grade verschlechtert, wie die gefärbte Oelsäure der Autoklaven.
Aber ausserdem könnten noch feste Fettsäuren gebildet werden bei der
Behandlung mit Schwefelsäure, bei der Destillation, und im letzten
Falle entweder aus unveränderter oder aus der durch Oxydation ver
änderten Oelsäure. Stas bemerkte in destillirter Oleinsäure eine Fett
säure von 28 bis 30° Schmelzpunkt. Das wäre also keine Sebacyl-
säure, deren Bildung man sonst (nach Varrentrapp *) erwarten könnte,
1 ) Varrentrapp, Ann. Chem. Pharm. 35, 196; Gmelin’s Handb. Vif
1488. — lieber feste, bei Destillation von Oelsäure gebildete Säuren finden
sich auch bei Bolley und Borgmann (Schweiz, polytechn. Zeitschr.