Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

500

Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
dann  sogar  die  Elaidinsäure  weiter  in  Palmitinsäure  verwandeln  will,
ß.  Wagner 1 )  gelang  'es,  aus  1  Kg  roher  Oelsäure  ein  fast  gleiches
Gewicht  Elaidinsäure  zu  erhalten,  unter  Anwendung  von  5  bis  lOp.C.
Salpetersäure  und  Stärkemehl  oder  Sägespänen!  Lehrreicher  sind
Jacquelin’s  Angaben.  Er  räth  die  salpetrige  Säure  aus  wasserfreiem
salpetersaurem  Kupferoxyd,  Bleioxyd  oder  Kalk  durch  Erhitzen  zu
entwickeln,  sie  in  genau  bestimmter  Gewichtsmenge  auf  die  gleichfalls
wasserfreie  Oelsäure  einwirken  zu  lassen  und  die  erzeugte  Elaidinsäure
durch  Zusatz  von  73  Oelsäure  pressbar  zu  machen.  100  Oelsäure
erforderten  3'8  salpetersauren  Kalk  oder  7,  nach  einer  anderen  Angabe
Jacquelin’s  sogar  nur  1'4  salpetersaures  Blei;  das  beim  Glühen
zurückbleibende  Oxyd  kann  wieder  zur  Darstellung  des  salpetersauren
Salzes  benutzt  werden,  so  dass  die  Ausgabe  für  das  die  Bildung  der
Elaidinsäure  bewirkende  Mittel  sehr  klein  wird.  Aber  trotzdem  hat
noch  Niemand  Elaidinsänrekerzen  in  den  Handel  gebracht 2 )  und  es
liegen  somit  wohl  Schwierigkeiten  vor,  die  von  der  Ausnutzung  dieses
Verfahrens  abgeschreckt  haben.  Der  Fabrikant  hat  nicht  mit  reiner  Oelsäure, ­
  sondern  mit  einer  durch  Oxydation  veränderten  zu  thun  und  aus
dieser,  also  aus  dem  Olein  der  Fabriken,  gelang  es  Fr.  Bornemann
wohl  gegen  55  p.C.  weisse  Elaidinsäure  herzustellen,  aber  der  flüssig
gebliebene,  in  der  Presse  abfliessende  Theil  konnte  weder  durch  salpetrige ­
  Säure  zum  Erstarren  gebracht  werden,  noch  erwies  er  sich  zur
Seifenfabrikation  brauchbar.
Gleichfalls  ohne  technische  Erfolge  für  die  Stearinfabrikation  blieben ­
  die  Bestrebungen  von  Mege-Mouries 3 ),  die  Verseifung  durch
Alkalien  in  etwas  abgeänderter  Weise  wieder  einzuführen.  Geschmolzener ­
  Talg,  so  beobachtete  Mege-Mouries,  lässt  sich  besonders  leicht
und  bei  niedriger  Temperatur  verseifen,  wenn  man  ihn  zunächst  mit  1
warmem  Seifenwasser  zerrührt  und  das  Fett  dadurch  in  eine  Emulsion
verwandelt.  Man  braucht  ihn  dann  nur  bei  45°  mit  salzhaltiger  Lauge
zu  vermischen,  um  eine  vollständige  Verseifung  und  einen  Seifenleim
zu  erhalten,  der  sich  beim  Erwärmen  auf  60°  in  Seife  und  Unterlauge
sondert.  Die  Seife  soll  hierauf  nach  Mege-Mouries  mit  Schwefelsäure ­
  zerlegt  werden,  wodurch  man  leicht  pressbare  Fettsäuren  erhält.

tralbl.  1866,  895;  Wagn.  Jahresber.  1866,  655;  schon  Bolley  (Schweiz,  polyt.
Zeitschr.  1866,  174)  tadelt  sein  Verfahren.  —  Bei  Malepeyre,  Fabrik,  der
Stearinkerzen,  S.  211  u.  f.  sind  noch  zwei  andere  Patente  von  Wilson  und
Gwynne  und  von  Power  wiedergegeben.  J )  B.  Wagner,  Jahresber.
1857,  455.  2 )  Von  Cambaceres  ausgestelltes  Elaldin  fand  sich  auf  der
Londoner  Ausstellung  von  1862  (Amtl.  Bericht  über  diese  Ausstellung,  Berlin
1865,  I,  638).  s )  Mhge-Mouries,  Compt.  rend.  LVIII,  864;  LX,  735;
Wagn.  Jahresber.  1864,  640;  1865,  704.  —  Fr.  Knapp,  Dingl.  pol.  J-CLXXX,
  309;  Wagn.  Jahresber.  1866,  657,  und  H.  Perutz,  Die  Industrie
der  Fette  und  Oele,  Berlin  1866,  157,  haben  diese  Methode  besprochen
und  ersterer  durch  Versuche  ergänzt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.