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Gruppe III. Chemische Industrie.
dann sogar die Elaidinsäure weiter in Palmitinsäure verwandeln will,
ß. Wagner 1 ) gelang 'es, aus 1 Kg roher Oelsäure ein fast gleiches
Gewicht Elaidinsäure zu erhalten, unter Anwendung von 5 bis lOp.C.
Salpetersäure und Stärkemehl oder Sägespänen! Lehrreicher sind
Jacquelin’s Angaben. Er räth die salpetrige Säure aus wasserfreiem
salpetersaurem Kupferoxyd, Bleioxyd oder Kalk durch Erhitzen zu
entwickeln, sie in genau bestimmter Gewichtsmenge auf die gleichfalls
wasserfreie Oelsäure einwirken zu lassen und die erzeugte Elaidinsäure
durch Zusatz von 73 Oelsäure pressbar zu machen. 100 Oelsäure
erforderten 3'8 salpetersauren Kalk oder 7, nach einer anderen Angabe
Jacquelin’s sogar nur 1'4 salpetersaures Blei; das beim Glühen
zurückbleibende Oxyd kann wieder zur Darstellung des salpetersauren
Salzes benutzt werden, so dass die Ausgabe für das die Bildung der
Elaidinsäure bewirkende Mittel sehr klein wird. Aber trotzdem hat
noch Niemand Elaidinsänrekerzen in den Handel gebracht 2 ) und es
liegen somit wohl Schwierigkeiten vor, die von der Ausnutzung dieses
Verfahrens abgeschreckt haben. Der Fabrikant hat nicht mit reiner Oelsäure,
sondern mit einer durch Oxydation veränderten zu thun und aus
dieser, also aus dem Olein der Fabriken, gelang es Fr. Bornemann
wohl gegen 55 p.C. weisse Elaidinsäure herzustellen, aber der flüssig
gebliebene, in der Presse abfliessende Theil konnte weder durch salpetrige
Säure zum Erstarren gebracht werden, noch erwies er sich zur
Seifenfabrikation brauchbar.
Gleichfalls ohne technische Erfolge für die Stearinfabrikation blieben
die Bestrebungen von Mege-Mouries 3 ), die Verseifung durch
Alkalien in etwas abgeänderter Weise wieder einzuführen. Geschmolzener
Talg, so beobachtete Mege-Mouries, lässt sich besonders leicht
und bei niedriger Temperatur verseifen, wenn man ihn zunächst mit 1
warmem Seifenwasser zerrührt und das Fett dadurch in eine Emulsion
verwandelt. Man braucht ihn dann nur bei 45° mit salzhaltiger Lauge
zu vermischen, um eine vollständige Verseifung und einen Seifenleim
zu erhalten, der sich beim Erwärmen auf 60° in Seife und Unterlauge
sondert. Die Seife soll hierauf nach Mege-Mouries mit Schwefelsäure
zerlegt werden, wodurch man leicht pressbare Fettsäuren erhält.
tralbl. 1866, 895; Wagn. Jahresber. 1866, 655; schon Bolley (Schweiz, polyt.
Zeitschr. 1866, 174) tadelt sein Verfahren. — Bei Malepeyre, Fabrik, der
Stearinkerzen, S. 211 u. f. sind noch zwei andere Patente von Wilson und
Gwynne und von Power wiedergegeben. J ) B. Wagner, Jahresber.
1857, 455. 2 ) Von Cambaceres ausgestelltes Elaldin fand sich auf der
Londoner Ausstellung von 1862 (Amtl. Bericht über diese Ausstellung, Berlin
1865, I, 638). s ) Mhge-Mouries, Compt. rend. LVIII, 864; LX, 735;
Wagn. Jahresber. 1864, 640; 1865, 704. — Fr. Knapp, Dingl. pol. J-CLXXX,
309; Wagn. Jahresber. 1866, 657, und H. Perutz, Die Industrie
der Fette und Oele, Berlin 1866, 157, haben diese Methode besprochen
und ersterer durch Versuche ergänzt.