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Gruppe III. Chemische Industrie.
Säuren nur zum Theil sich vorfinden, da n stets eine durch 2 theilhare
Zahl ausdrückt. In technischer Beziehung, insofern Heintz’ Tabellen
über den Schmelzpunkt von gemengten Säuren dem Stearinfabrikanten
über Natur und Werth seiner Yerseifungsproducte unvergleichlich werthvolle
Anhaltspunkte liefern.
Inzwischen war auch von anderer Seite Licht herbeigebracht worden.
Die Verbindungsverhältnisse des Glycerins erschienen abnorm,
so lange man nur einatomige Alkohole kannte, selbst Pelouze’s 1 ) Synthese
der Glycerinphosphorsäure und Glycerinschwefelsäure vermochte
sie nicht zu enthüllen. Der Begriff eines mehratomigen Alkohols
musste erst durch eine vollständigere Untersuchung der Glyceride
geschaffen werden; erst als Berthelot 2), die Methoden der Aetherdarstellung
in geschickter Weise variirend, die Synthese der Glyceride
ausführte, fiel der letzte Lichtstrahl auf dieses Gebiet. Die in der
Natur vorkommenden Fette, so dürfen wir mit Chevreul sagen, sind
den Aetheru vergleichbar, doch so, dass der in ihnen enthaltene Alkohol,
das Glycerin, 3 Atome einbasischer Säuren zu binden vermag. Sie
sind sämmtlich Triglyceride, auch enthält, wenigstens in der Regel, das
Triglycerid 3 Atome ein und derselben Fettsäure. Aber indem Tristearin,
Tripalmitin und wenige andere sich unter einander und mit
Triolem mischen, entstehen die zahlreichen Verschiedenheiten der Consistenz
und des Schmelzpunktes, welche wir an den Fetten des Handels
wahrnehmen.
Die technische Zerlegung der Triglyceride war anfangs auf Isolirung
nur eines der beiden Products gerichtet, ohne dass das zweite
öpaltungsproduct, das Glycerin, Beachtung erfuhr. Erst seit Mitte der
fünfziger Jahre wurde die Gewinnung des Glycerins durch die sich stetig
erweiternde Anwendung dieses Körpers vortheilhaft; sie ist seitdem
regelmassig mit der Stearinfabrikation verbunden geblieben. Wenngleich
jede der oben erwähnten Verseifungsmethoden seine Gewinnung
ermöglicht, so liefern doch die Kalkverseifung in Autoklaven und die
Destillation im überhitzten Wasserdampfe die grösste Menge und das
reinste Glycerin, während bei der Schwefelsäureverseifung, je nach der
Geschicklichkeit, mit welcher sie geleitet wird, ein kleinerer oder grösserer
Theil zerstört wird. Man erhält im ersteren Falle 6'5 bis 8 p. 0.
vom angewandten Fett an Glycerin von 30° B., im letzteren Falle nur
gegen 4'5 bis 5 p.C.
, • , de “ Autoklaven unt er Zusatz von Kalk zersetzte Fett liefert
eim Abkuhlen ein kalkhaltiges Glycerinwasser von 5 bis 6° B welches
ausserdem noch Reste von Fetten oder Kalkseifen gelöst enthält. Man
2; M \ J - P i el ' : ’ UZe ’ Com Pt- rend. XXI, 718; Aun. Chim. Phys. LXIII 21
) M - Berthelot, Ann. Chim. Phvs m XLT 91«. „ v , T , ,
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3 ’ 4j1 ’ auoh Chinue orgamque, fondde sur la syntkese, Paris 1860.