Pflanzenfaser.
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China benutzt wird. In China, wo die Cultur dieser Pflanze zur Zeit
noch weitaus die grösste Bedeutung hat, wird sie hauptsälioh in den dem
Yang tse Kiang südlich gelegenen Provinzen angebaut. Ebenso in Japan,
wo die. Faser „Tsjo“ oder „Istscho Karao“ genannt wird. In Indien
ist dieselbe in den nördlichen Provinzen Bengalens, in Rungpore
und Dinagepore, als „Kunkhura“ bekannt und wird sie hier hauptsächlich
zu Fischernetzen verwendet, ferner in Assam, wo sie „Rhea“ genannt
wird, und erstreckt sich von hieraus das Vorkommen südlich
über Birma und Siam bis nach den Sundainseln, wo die Faser die Namen
„Ramie“ und „Caloi“ führt.
Neben Böhmeria nivea wird auch B. tenacissima Gaud. (B. utilis
Bl., Urtica tenacissima Boxb.) als Rhea- oder Ramiefaser liefernd angeführt,
doch ist diese nach Miguel fl nur eine Abart der vorhergehenden
und unterscheidet sich von jener dadurch, dass die Unterseite
der Blätter nicht wie bei B. nivea weiss ist. Nach Junghuhn soll
auch B. sanguinea auf Java Ramie liefern, und im nördlichen Indien
wird in den Gebirgsthälern von Sikkim, Nepal etc. aus den Stengeln
der „Puha“ oder „Puah“ B. puya oder B. fructescens, welche dort in
grosser Menge wild wächst, eine der vorhergehenden sehr ähnliche
Faser gewonnen.
Im äusseren Habitus zeigen die Böhmeriaarten grosse Aehnlichkeit
mit der Brennnessel, doch fehlen die Brennborsten. Sie sind perennirend
und im wilden Zustand bäum- oder strauchartige holzige Gewächse
von ansehnlicher Höhe.
In China verwendet man auf den Anbau der Böhmeria ganz besondere
Sorgfalt, da hiervon erfahrungsmässig die Güte der Faser sehr
abhängig ist. Es ist von Wichtigkeit, dass der Boden die richtige
Beschaffenheit hat, entsprechend gedüngt und durch häufiges Umhacken
in lockerem Zustand erhalten wird. Hohe Temperatur, Feuchtigkeit
und mässiger Schatten sind der Entwickelung langer faserreicher Stengel
besonders günstig.
Obschon die Fortpflanzung durch Samen keine Schwierigkeit bietet,
so zieht man doch im Allgemeinen vor, dieselbe durch Wurzelableger
zu erzielen, da dieser Weg schneller zum Ziel führt. In den
ersten Jahren fördert man durch geeignete Behandlung die kräftige
Entwickelung der Wurzelstöcke, aus welchen dann im zweiten oder
dritten Jahre eine Anzahl, gewöhnlich 10 bis 12, Schösslinge hervortreiben,
welche in wenigen Monaten eine Höhe von 2 bis 3 m erreichen,
und sobald sie anfangen unten braun zu werden, für das Einsammeln
reif sind. Ein weiterer Nachwuchs von jungen Stengeln liefert
nach kurzer Zeit eine zweite und eine dritte, in manchen Gegenden
sogar eine vierte und fünfte Ernte im selben Jahre. Solche Pflanzungen
fl Miquel, Flora van Neederl. Indie.