Pflanzenfaser.
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Die Leichtigkeit aber, mit welcher sich die Jutefaser abscheiden
lässt, unterscheidet dieselbe vortheilhaft von allen anderen ähnlichen
Pflanzenfasern und zieht man dabei in Betracht, dass der Ertrag ein
fünfmal, ja nach einigen Angaben sogar zehnmal so grosser als der von
Hanf oder Flachs ist, so wird leicht erklärlich, wie so enorme Mengen
dieses Materials ohne Schwierigkeiten producirt werden können.
Die hauptsächlichsten Jutesorten führen folgende indische Handelsnamen:
Uttariyä, Beswäl, Besi, Beorä, Ndrdinganji, Bälcrälctdi, Bhdtial,
Karimganji, Mirganji und Jangipuri. Die erstgenannten sind die
besseren Sorten.
Die Jute wie sie im Handel vorkommt hat nicht selten eine Länge
von über 3 m, doch ist die gewöhnliche Länge circa 2 m und bildet
dieselbe aus seitlich lose zusammenhängenden ziemlich feinen Fasern
zuammsengesetzte Stränge. Im ganz frischen Zustand zeigt die Jute
gewöhnlich nur geringe Färbung und während manche Sorten fast farblos
sind, erscheinen andere von gelblicher Farbe; alle nehmen aber mit
der Zeit besonders unter dem Einfluss feuchter Luft sehr bald eine
dunkle Färbung an, welche sich bis zu einem tiefen Braun steigern
kann.
Die unteren Theile des fertigen Jutebastes sind gewöhnlich weniger
vollständig zerfasert und lassen noch deutlich die ursprüngliche
Form der Bastrinde erkennen. Diese Theile sind meistens von Anfang
an schon tief braun gefärbt und zwar rührt diese Färbung dann nicht
allein von den noch anhaftenden Besten des theilweise zersetzten Markstrahlengewebes
her, sondern es erstreckt sich dieselbe auch auf die Membran
der Bastzellen selbst. Diese starkgefärbten und ungeschmeidigen
Theile haben gewöhnlich eine Länge von 30 bis 40 cm; sie werden
abgehauen und liefern in neuerer Zeit als sogenannte „Jute cuttings
oder „Jute butts“ einen besonderen Handelsartikel, welcher in der Papierfabrikation
Verwendung findet.
Die Jutefaser besitzt einen höheren seidigen Glanz als Flachs oder
Hanf, doch steht sie diesem in Betreff der Festigkeit sehr beträchtlich
nach. Dieses letztere mag zum Theil auf der sehr ungleichen Verdickung
der Zellwandungen, aber wahrscheinlich noch mehr auf der
starken Verholzung derselben beruhen.
Unter allen bekannteren Bastfasern giebt die Jutefaser mit schwefelsaurem
Anilin die stärkste dunkelgelbe Färbung, doch kann diese
Reaction für sich allein nicht dazu dienen, die Jutefaser zu bestimmen,
indem noch einige andere ähnliche indische Fasern wie die von Abelmoschus
tetraphyllos und Urena sinuata die gleiche Reaction zeigen und
ausserdem die chemisch gebleichte Jute diese Färbung nicht mehr zum
Vorschein bringt.
Wie schon erwähnt hat die Jute grosse Neigung sich an der Luft
und besonders im feuchten Zustand allmälig dunkler zu färben und es