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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

Pflanzenfaser. 
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Bastfaser von Cordia latifolia etc. 
Aus mehreren bäum- und strauchartigen Cordiaspecies (Familie der 
Boraginaceen) wird in Indien Bast gewonnen. 
C. latifolia und G. angustifolia liefern einen äusserst festen Bast, 
welcher als solcher benutzt oder durch fortgesetzte Röstung in die 
„Narwali“-Faser verwandelt zur Verfertigung von groben Geweben, 
Seilen, Netzen und dergleichen verwendet wird. 
Baste. 
Die in dieser Gruppe aufzuführenden Pflanzenmaterialien unter 
scheiden sich von den vorhergehenden nur dadurch, dass sie aus den 
noch zusammenhängenden Schichten des Bastgewebes bestehen, daher 
die Bastfaserbündel nicht in isolirter Form auftreten und die faserige 
Structur derselben weniger in die Augen springt. Der Umstand, dass 
manche Bastrinden bei der Aufbereitung in feinfaserige Stränge zerlegt 
werden, wie bei der Jute, während andere bei der gleichen Behandlung 
zusammenhängende Schichten, wie der Lindenbast, liefern, hat seinen 
Grund in der verschiedenartigen histologischen Zusammensetzung die 
ser Gewebeelemente. Diese bringt mit sich, dass in dem einen Falle 
gewisse die Faserbündel umgebende Elemente durch den Aufbereitungs- 
process mehr oder weniger vollständig entfernt und so die Bastfaser 
bündel isolirt werden, während im anderen Falle die Bastfaserbündel 
fester oder unmittelbar unter einander verbunden sind und der Zusam 
menhang derselben durch den Aufbereitungsprocess nicht aufgehoben 
wird. In einzelnen Fällen kann je nach der Dauer der Operation nach 
Belieben der Bast in Form von zusammenhängenden Schichten oder als 
wirkliche Faser erhalten werden und wird von diesem Verhalten bei 
einigen indischen Bastrinden auch wirklich praktische Anwendung ge 
macht. 
Obgleich von geringerer Bedeutung als die eigentlichen textilen 
Fasern haben die wirklichen Baste doch eine nicht geringe commercielle 
Wichtigkeit; dieselben können daher hier nicht mit Stillschweigen 
übergangen werden. 
Die Anwendung beschränkt sich fast ausschliesslich auf die Erzeu 
gung von Matten und ähnlichen Geflechten und es werden zu diesem 
Zwecke die Bastschichten in mehr oder weniger dicke Bänder gespal 
ten verarbeitet. 
Die Bereitungsmethode der Baste ist fast überall die gleiche und 
besteht einfach darin, dass die abgezogenen Rinden (oder in manchen 
Fällen die ganzen Stengel oder Stämme) einer Kaltwasserröste unter-
	        
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