Pflanzenfaser.
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Bastfaser von Cordia latifolia etc.
Aus mehreren bäum- und strauchartigen Cordiaspecies (Familie der
Boraginaceen) wird in Indien Bast gewonnen.
C. latifolia und G. angustifolia liefern einen äusserst festen Bast,
welcher als solcher benutzt oder durch fortgesetzte Röstung in die
„Narwali“-Faser verwandelt zur Verfertigung von groben Geweben,
Seilen, Netzen und dergleichen verwendet wird.
Baste.
Die in dieser Gruppe aufzuführenden Pflanzenmaterialien unter
scheiden sich von den vorhergehenden nur dadurch, dass sie aus den
noch zusammenhängenden Schichten des Bastgewebes bestehen, daher
die Bastfaserbündel nicht in isolirter Form auftreten und die faserige
Structur derselben weniger in die Augen springt. Der Umstand, dass
manche Bastrinden bei der Aufbereitung in feinfaserige Stränge zerlegt
werden, wie bei der Jute, während andere bei der gleichen Behandlung
zusammenhängende Schichten, wie der Lindenbast, liefern, hat seinen
Grund in der verschiedenartigen histologischen Zusammensetzung die
ser Gewebeelemente. Diese bringt mit sich, dass in dem einen Falle
gewisse die Faserbündel umgebende Elemente durch den Aufbereitungs-
process mehr oder weniger vollständig entfernt und so die Bastfaser
bündel isolirt werden, während im anderen Falle die Bastfaserbündel
fester oder unmittelbar unter einander verbunden sind und der Zusam
menhang derselben durch den Aufbereitungsprocess nicht aufgehoben
wird. In einzelnen Fällen kann je nach der Dauer der Operation nach
Belieben der Bast in Form von zusammenhängenden Schichten oder als
wirkliche Faser erhalten werden und wird von diesem Verhalten bei
einigen indischen Bastrinden auch wirklich praktische Anwendung ge
macht.
Obgleich von geringerer Bedeutung als die eigentlichen textilen
Fasern haben die wirklichen Baste doch eine nicht geringe commercielle
Wichtigkeit; dieselben können daher hier nicht mit Stillschweigen
übergangen werden.
Die Anwendung beschränkt sich fast ausschliesslich auf die Erzeu
gung von Matten und ähnlichen Geflechten und es werden zu diesem
Zwecke die Bastschichten in mehr oder weniger dicke Bänder gespal
ten verarbeitet.
Die Bereitungsmethode der Baste ist fast überall die gleiche und
besteht einfach darin, dass die abgezogenen Rinden (oder in manchen
Fällen die ganzen Stengel oder Stämme) einer Kaltwasserröste unter-