Pflanzenfaser.
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Zuweilen wird auch die Bastrinde der Ulmen (TJlmus effusa
U. campestris) und nach P. N. Werckha (les forets et leurs poduits) in
Russland auch die der Weide und besonders der jungen Birken dem
Lindenbast ähnlich zubereitet und verwendet. Der Ulmenbast ist von
bräunlicher Farbe und von viel geringerer Festigkeit als der vorhergehende.
Bast von Broussonetia papyrifera.
Diese Bastrinde, obgleich nicht Gegenstand des europäischen Handels,
verdient besonders deshalb der Erwähnung, weil sie für das östliche
Asien das wichtigste Papierxnaterial liefert und im zubereiteten
Zustand als das sogenannte „Tapa“ den Eingeborenen der Südseeinseln
besonders früher als fast einziger Bekleidungsstofi diente.
Der Papiermaulbeerbaum erreicht ziemlich bedeutende Dimensionen
und seine Rinde lässt sich leicht in grossen zusammenhängenden
Schichten ablösen. Durch Schaben mit Muschelschalen von der äusseren
Rindenhaut befreit, dann durch Klopfen mit Schlägeln und wiederholtes
Waschen mit Wasser von allen losen Theilen gereinigt wird die
eigentliche Bastschicht als eine fast farblose, weiche, gewissen Geweben
höchst ähnliche Substanz erhalten, welche grosse Festigkeit besitzt und
in diesem Zustand ganz wie wirkliche Gewebe als Bekleidungsstoff benutzt
wird. Ueber die Verwendung dieser Bastrinde als Papiermaterial
siehe S. 113.
Bast von Adansonia digitata.
Der Bast des Affenbrodhaumes oder „Baobab“ wird in Angola und
anderen Gegenden Afrikas besonders als Material für Seile und Netze
verwendet, wozu ihn seine ausserordentliche Festigkeit ganz besonders
geeignet macht. In Europa hat er bis jetzt nur Verwendung in der
Papierfabrikation gefunden, derselbe soll daher unter den Papiermaterialien
etwas ausführlicher beschrieben werden. Siehe S. 120.
Bast von Sterculia villosa.
Der Bast dieses in den Gebirgsgegenden Indiens häufigen Baumes
liefert ein zur Herstellung von Seilerarbeiten vielfach verwendetes Material,
welches jedoch bis jetzt noch nicht nach Europa ausgeführt wird.
Die Baststreifen haben eine Länge von 0'2 bis 0'6 m, eine Breite von
1 bis 3 cm und eine Dicke von 0'4 bis 2 mm. Dieser Bast ist gelblich
bis rothbraun gefärbt und zeigt eine lockere netzartige Structur; er
lässt sich nur schwierig in den Jahreslagen abspalten.