Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

Pflanzenfaser.

63

Zuweilen  wird  auch  die  Bastrinde  der  Ulmen  (TJlmus  effusa
U.  campestris)  und  nach  P.  N.  Werckha  (les  forets  et  leurs  poduits)  in
Russland  auch  die  der  Weide  und  besonders  der  jungen  Birken  dem
Lindenbast  ähnlich  zubereitet  und  verwendet.  Der  Ulmenbast  ist  von
bräunlicher  Farbe  und  von  viel  geringerer  Festigkeit  als  der  vorhergehende. ­


Bast  von  Broussonetia  papyrifera.
Diese  Bastrinde,  obgleich  nicht  Gegenstand  des  europäischen  Handels, ­
  verdient  besonders  deshalb  der  Erwähnung,  weil  sie  für  das  östliche ­
  Asien  das  wichtigste  Papierxnaterial  liefert  und  im  zubereiteten
Zustand  als  das  sogenannte  „Tapa“  den  Eingeborenen  der  Südseeinseln
besonders  früher  als  fast  einziger  Bekleidungsstofi  diente.
Der  Papiermaulbeerbaum  erreicht  ziemlich  bedeutende  Dimensionen ­
  und  seine  Rinde  lässt  sich  leicht  in  grossen  zusammenhängenden
Schichten  ablösen.  Durch  Schaben  mit  Muschelschalen  von  der  äusseren ­
  Rindenhaut  befreit,  dann  durch  Klopfen  mit  Schlägeln  und  wiederholtes ­
  Waschen  mit  Wasser  von  allen  losen  Theilen  gereinigt  wird  die
eigentliche  Bastschicht  als  eine  fast  farblose,  weiche,  gewissen  Geweben
höchst  ähnliche  Substanz  erhalten,  welche  grosse  Festigkeit  besitzt  und
in  diesem  Zustand  ganz  wie  wirkliche  Gewebe  als  Bekleidungsstoff  benutzt ­
  wird.  Ueber  die  Verwendung  dieser  Bastrinde  als  Papiermaterial ­
  siehe  S.  113.

Bast  von  Adansonia  digitata.
Der  Bast  des  Affenbrodhaumes  oder  „Baobab“  wird  in  Angola  und
anderen  Gegenden  Afrikas  besonders  als  Material  für  Seile  und  Netze
verwendet,  wozu  ihn  seine  ausserordentliche  Festigkeit  ganz  besonders
geeignet  macht.  In  Europa  hat  er  bis  jetzt  nur  Verwendung  in  der
Papierfabrikation  gefunden,  derselbe  soll  daher  unter  den  Papiermaterialien ­
  etwas  ausführlicher  beschrieben  werden.  Siehe  S.  120.

Bast  von  Sterculia  villosa.
Der  Bast  dieses  in  den  Gebirgsgegenden  Indiens  häufigen  Baumes
liefert  ein  zur  Herstellung  von  Seilerarbeiten  vielfach  verwendetes  Material, ­
  welches  jedoch  bis  jetzt  noch  nicht  nach  Europa  ausgeführt  wird.
Die  Baststreifen  haben  eine  Länge  von  0'2  bis  0'6  m,  eine  Breite  von
1  bis  3  cm  und  eine  Dicke  von  0'4  bis  2  mm.  Dieser  Bast  ist  gelblich
bis  rothbraun  gefärbt  und  zeigt  eine  lockere  netzartige  Structur;  er
lässt  sich  nur  schwierig  in  den  Jahreslagen  abspalten.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.