Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

86  Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
schwächt  und  liegt  hierin  ein  anderer  sehr  wesentlicher  Nachtheil  dieses ­
  Processes.
Die  bei  diesem  Verfahren  resultirende  Faser  ist  nie  ganz  weiss
oder  farblos,  sondern  zeigt  meistens  einen  braungelben  oder  grauen
Farbenton,  welcher  von  einer  in  der  Zellenmembran  zurückgebliebenen
geringen  Menge  der  während  der  Operation  gebildeten  dunkel  gefärbten ­
  Substanzen  herrührt.  War  die  Wirkung  des  Alkalis  eine  erschöpfende ­
  und  dadurch  die  incrustirende  Substanz  möglichst  vollständig ­
  entfernt,  so  bietet  die  Bleichung  keine  Schwierigkeit.  Man  bedient
sich  hierzu  der  Chlorkalklösung  in  der  beim  Bleichen  der  Hadernstoffe
üblichen  Weise.
Die  vor  einigen  Jahren  von  Tessie  du  Motay  in  Vorschlag  gebrachte ­
  Anwendung  von  übermangansaurem  Kalium  zum  Bleichen  der
vegetabilischen  Fasern  hat  trotz  der  damit  erzielbaren  vortrefflichen
Resultate  auf  Papierstoffe  noch  keine  Anwendung  gefunden.  Bei  diesem
Verfahren  wird  das  Bleichgut  mit  einer  verdünnten  Lösung  des  Permanganates ­
  behandelt  und  hierdurch  die  färbende  Substanz  der  Faser
oxydirt,  indem  sich  Manganoxydhydrat  auf  der  Faser  niederschlägt.
Durch  ein  nachfolgendes  Bad  mit  einer  Lösung  von  verdünnter  schwefliger ­
  Säure  wird  letzteres  reducirt  und  gelöst  und  so  die  Faser  bei  richtiger ­
  Leitung  des  Processes  vollständig  gebleicht.  Im  Vergleich  mit
Chlorkalk  ist  das  Kalipermanganat  trotz  der  bereits  eingetretenen  bedeutenden ­
  Ermässigung  des  Preises  doch  immer  noch  zu  kostspielig').
Die  in  den  letzten  Jahren  mehrfach  in  Vorschlag  gebrachte  Anwendung ­
  des  Ozons  zum  Bleichen  hat  bis  jetzt  noch  zu  keinen  praktischen ­
  Resultaten  geführt.  Nach  Versuchen,  welche  der  Verfasser  mit
Espartofaser  angestellt  hat,  scheint  Ozon  viel  weniger  energisch  als
Chlorgas  zu  wirken.

In  der  nun  folgenden  Aufzählung  von  Papiermaterialien  sollen
nur  diejenigen  aufgenommen  werden,  welche  in  neuerer  Zeit  zur  Anwendung ­
  gekommen  oder  in  Vorschlag  gebracht  worden  sind.
Da  in  der  Aufbereitung  der  Hadernstoffe  keine  neueren  wesentlichen
Verbesserungen  stattgefunden  haben  und  überhaupt  dieser  Gegenstand
als  hinlänglich  bekannt  angenommen  werden  darf,  so  kann  hier  wohl

J )  Nach  einer  neuerdings  veröffentlichten  Modification  dieses  Verfahrens
werden  gleiche  Theile  Sodium  permanganate  und  schwefelsaures  Magnesium
in  lauwarmem  Wasser  gelöst  und  das  vorher  gehörig  gereinigte  Bleichgut
mit  dieser  Lösung  so  lange  behandelt,  bis  die  Faser  braun  gefärbt  erscheint.
Durch  ein  Bad,  welches  4  p.  C.  Schwefelsäure  enthält,  wird  hierauf  die
braune  Färbung  wieder  entfernt  und  schliesslich  das  Bleichgut  noch  mit
einer  Lösung  von  schwefliger  Säure  behandelt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.