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nung banon, baß ber Often in melfacger SBe^iegung größere 33ered^=
tigung £)abe, auf ben SBarbariSmuS beS SBeftenS ijerabjubiicfen als
man bieö umgefeßrt ftiUfcßroeigenb tgun ju biirfen geglaubt gatte.
Stuf allen nacgfolgenben äusfteßungen roiebergolte fid) biefe 33e=
mertung. Sie Ueberjeugung bracg ftdg 23agn, baß mie ber
.Orient »om Occibent, fo audß biefer non jenem unenblicg tuet
ju lernen nermöge.
3tid)t auf Diacgagmung fann es babei anfommen. llnfere
©efcgicgte ift eine anbere unb gat audj anberen Sbeengegalt.
3Sa§ uns bort imponirt, ift bie ÜJtacgt einer megr als taufenb=
jägrigen Srabition, nermöge roelcger jebes ©rjeugniß ben Stempel
einer gefegten Snbinibuatität trägt. Unfere ©ultur bagegen ift
jüngeren Satum’s. 2Bir gaben erft in jüngfter 3eit roieber non
Sorne angefangen, unb finb nocg im Kampfe mit ben @runb=
elementen begriffen. §at unfere ©ultur erft ein ägnlkges älter
erreicht mie biejenige beS Orients, fo mirb fie ogne 3meifel niel
©rößeres teiften. 2luf lange ginaus tann uns biefe jebocg roenn
aud; nid)t als naögsubilbenbeS ÜJtufter fo bocg als legrreicges 2Seü
fpiel einer ebenmäßigen Sebensentfaltung gelten. Senn gier ift
in f^ülle, maS man im Sßeften fo fegnfucgtSnoU futgt, Stil unb
garmonifcge garbenftimmung. ©leidet unfere Äunftinbuftrie einem
rafcg aufgefcgoffenen aber glieberfranten Süngling, ber in feinen
aufgeregten unb fcgroantenben Seroegungen ben ©inbrud eines
Jruntenen ober ©jaltirten macßt, fo tritt uns beim Orient bas
iöilb eines rugig bagingegenben ÜKanneS entgegen, ber in gleicg=
mäßigem Segarren auf einer beroußt eingefcglagenen 33agn fid) nicgt
burd) äußere Serftreuungen aus bem ridgtigen ©eleife unb ScßcitU
maße bringen läßt. Unb nocg in anberer Sejiegung gat ber 33er=
fegr mit bem Often neuerbingS gefteigerte Sebeutung ergalten.
Ser Stunbgang ber ©imlifation um bie ©rbe, ber gu ©nbe
bcs fünf^egnten SagrgunbertS mit ber ©ntbedung ämerifa’S nacg
Söeften ju begann, gat feinen Sauf nageju »oHenbet. Scgon reu
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