GRUPPE XVI. —'G. RITTER von 0VERRECK — HONGKONG.
I 0. E. v. OVfcRBECK, Hongkong
Mauernische gewidmet ist. — Dieser ![
Gott auf dom Bilde ist der Tsung
tu ti, d. i. der Oberste der Tu-ti-
sehen, weshalb ihm auch ein Diener
mit einem Fächer beigegeben ist.
Der Gruppe der zuletzt angeführ
ten Götter gegenüber ist die taoi- !|
stische Gottheit
Lieu-hai, ein Knabe; er wird ge- j|
! wohnlich lachenden Antlitzes auf j|
einem Frosche reitend, der über die jj
Gewässer hinschwebt, dargestellt.
Lieu-hai ist der Beschützer der Fi
sche, weshalb er bei den Chinesen
-kein Gegenstand der Verehrung, j :
als vielmehr der Mythe ist. Der
j - Frosch (tsehan) auf diesem Bilde
steht vor Lieu-hai und soll ein kost-
barer Talisman sein.
Mit Lieu- hai sehliosst die unterste
Stufe der Götter des chines. Olymps,
nämlich der irdischen Götter; es
kommt nun die zweite Rangstufe,
die der Luftgötter. Die Abbildungen
von Bäumen und Felsen in dieser
zweiten Categorie sind daher Ano
malien.
Hinter dem Tsung-tu-ti ragt der
Feh-sehn oder die chines- Fichte ]i
hervor. Lien- sehn ist der Name
des daneben stehenden kleinen Bau
mes, für den unsere Botaniker noch
keinen Namen haben.
Es folgen nun die Wu lu ts'ai
sehen, d. h die Götter der 5 Wege
des Reichtlnimes; es sind die Götter
des Wohlstandes und des Ri ichthu-
mes und werden hauptsächlich von
den Kauf- und Gewcrbsleuten, Laden-
besitzern, Banquiers, Schauspielern
und Commis verehrt. Die 5 Götter
des Reiehthumes, die auch Wu t’ung
tsai sehen, d. i. die Götter der 5 Pas- i
sagen des Reiehthumes — heissen,
sind auf diesem Bilde: 1. Der am
Pek-sehu sitzende mit dem braunen
bärtigen Gesichte, er trägt eine
Kriegskappe, welche Tsiang kün mao ]
heisst; in der Hand hält er eine 1
grosso Perle (Ye mingtschu oder
l'e Kwang tschu, d. i. Karfunkel), !
die im Dunklen leuchtet. Die Karfun
kel ist bei den Chinesen das Symbol
des Reiehthumes. Der 2. ist im gel
ben Oberkleide und hält eine chines.
goldene Münze.(den Cash oderKin
(t’sien). 3. Der Gott mit dem brau
nen Gesichte und dem üppigen weis-
G. E. v. OVEBBECK, Hongkong
sen Barte, im hellbraunen Oberkleide j!
und schwarzem Kragen; er trägt j'
eine Kappe, dieYuen wai(mao d. i. !'
Kappe des Yuen wai liang. eines |j
Beamten der Residenzpolizei) heisst.
Diese Kappe wurde zur Zeit der j
Ming-Dynastie (1366—43) getragen, ll
In der Hand hält er ein Yuen pao, '[
ein Goldstück im Werthe von 50Tals i
(15.0 fl. ö. W.) — hauptsächlich in jj.
und um Peking in Cirkulation: wie |
nach altgermanischer so auch nach
chines. Auffassung soll das beste l|
Gold l'otii sein. Der 4. Gott des j
Reiehthumes im gelben Kleide und
einer kurzen Lilla-Jacke und einer ll
Kriegskappe streichelt sich mit der I
Rechten die Haare seines Bartes. J
während er in der Linken die kost- j
bare Agraffe eines Gürtels in Form jj
zwei neben einander stehender Pris- |
mas aus Jade und mit passender !
Goldeinfassung hält. Diese Agraffe '
heisst Pi-ting. Der 5. Gott hat ein ll
fettes bartloses Gesicht, trägt ein I
weisses Kleid und ein rothes burnus-
artiges Gewand, das um den Hals I
kurz gebunden ist; in der Hand |
hält er eine Korale (Sehaug hu).
Der Fu teh t’sai sehen, d. F. der j
Gott des Glückes, der Tugend und i
des Wohlstandes. Kr ist der erste
Gott unter den Tsai-schen, weshalb
er im festlichen golddurchwirkten, J
langen, rothen Kleide mit einer Krön- I
wächterskappe (Tai ssi mao) ahge- i
bildet wird. In der Hand hält er |
einen Gürtel aus grünem Jadesteine. I
Seine zwei dienstbaren Geister stehen
neben dem 4. Gotte des Reichtim- [
mos, der eine davon ist:
Tschau t’sai t'ung tzi, d. i. der jj
Junge, der nachReiohthümern sucht j
oder Tschau t’sai schlechtweg; mit I
einem breiten braunen Gesichte straft I
er schon seinen Titel Lügen, indem
dieser „Junge“ einen struppigen
Bart und einen sehr dicken Bauch
hat. Er bringt Einem fette Erb
schaften zu. Der zweite Famulus ist:
Li sein sien kuan, d. i. der Ge
nius und Beamte über Procente und .
Märkte, ist also keine eigentliche
Gottheit. Er trägt ein langes grü l|
nes Kleid und die Kappe eines T'ien Ir
kwan, d. i. Himmelsbeamten, (der 1
Titel der Beamten im Ministerium I
der Administration) Li pu, wie sie