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Full text: Special-Catalog der chinesischen Ausstellung - Hongkong, III. Abtheilung: Boden-, Industrie- & Kunst-Produkte ; Wiener Weltausstellung 1873

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GRUPPE XVI. - G. RITTER von OVERBECK - HONGKONG. 
G. R. v. OVERBECK, Hongkong 
zurZeit der Ming-Dynastie getragen |j 
wurde. Dieser Genius befördert und 
beschützt den Detail-Handel. 
Tscli’eng hwang pu sa, der Bodd- [ 
bisattva einer Stadt, oder der Schutz- 
geist eines Platzes oder dor Haupt 
stadt des Reiches, eines Kreises I 
oder Bezirkes und heisst auch dem 
nach Tu tseh’eng hwäng, En tsch’eng 
hwang oder Hien tsch’eng hwang. 
Dieser Gott gehört der Staatsreligion 
an und hat seine Tempel in allen 
Hauptplätzen, z. B. in Peking drei. 
In der Hand hält er ein Hub, dor , 
im Mitttelalter von Staatsleuten in ; 
der Gegenwart des Kaisers als eine 
ArtScepter getragen wurde undaus 
Elfenbein oder Stein verfertigt war. | 
Hoi hu hiuen t’an, das ist der 
Gott mit dem schwarzen Tiger und 
schwarzen Altäre; er steht als der i 
hinterste in dieser Gruppe, hat ein 
breites bärtiges braunes Gesicht, 
trägt einen grünen Schuppenpanzer, |j 
der mit Gold belegt ist und hält 
in der Hand einen Pien, einen neun 
knotigen (auf dem Bilde irrthümlieh 
zehnknotigen) Degen; auch er wird 
von Geldbedürftigen verehrt. 
Das scheussliehe Ungethüm mit 
dem weissen Tigergesichte, den 3 
Augen, der Hellebarde in der einen 
und einer Glocke in der andern Hand, 
soll Ling kwan, der ätherische Gott, 
sein und soll die Menschen vor den 
Uebelthaten der Gespenster beschüt 
zen. 
Vor dieser Gruppe steht eine gros 
se broncerne Opfersehale (Tsii pao 
peng), d. h. das Gefäss, worin die 
als Opfer dargebraehten Kostbar- I 
keiten aufgesammelt werden. Man 
sieht darin rauchende Perlen, Ko- J 
rallen, Goldstücke und einen rothen 
Ju-i, einen gekrümmten Scepter, den 
in früheren Zeiten Vasallen und ' 
Staatsleute hatten. 
Neben dieser Gruppe über den 
Gewässern schwebend sind drei Un- 
gethüme abgebildet, wovon das 
seheussliehste 
Hai hing wang, der Eürst der See 
drachen, ist. Er ist der Neptun der 
Chinesen und von seiner Gottheit I 
erflehen die chines. Beamten Regen. 
Er hat zahlreiche Tempel an den 
Ufern des grossen Kanals. Die zwei 
hinter ihm stehenden minder gräss- 
G. R. v. OVERBECK, Hongkong 
liehen Ungethüme sind die Ausfüh 
rer seiner Befehle n. zw. der eine ' 
ah Hing tsien mit der Lanze, der 
andere als Ling tseh-chi mit Flag 
gensignalen. 
Die zwei Knaben, die auf einem 
Felsen stehen, sind zwei Genien und 
heissen Ilohoch-erh-hien, d. i. die j, 
zwei Genien der Harmonie und 
der Einigkeit; der eine davon, der 
Ho-hien mit einer Seerose, Ho-hwa 
dem Symbole der Ruhe, verscheucht 
Sorgen; der zweite Hoh-hien hält 
eine Schachtel, er besänftigt erzürnte 
Gemüther. 
Auf der erhabenen Balustrade be 
finden sich die 
Acht Genien Pa hien — Genien I 
(Hien) sind ursprünglich fromme und 
ausgezeichnete Menschen gewesen, 
die als solche auf Hügeln und Ber 
gen, ferne von jeder menschlichen 
Wohnung, lebten ; sie sind als Ge 
nien unsterblich und haben die Macht 
Jemandem sichtbar oder unsichtbar 
zu erscheinen. Sie sollen in der 
Alehymio oingeweiht und auch be 
reits den Stein der Weisen gefunden 
haben; sie erwecken die Todteu zum 
Leben und sollen vieles andere Wun 
derbare leisten. Die Chinesen sagen: 
„Alt bleiben und doch niemals ster 
ben sind die Hien“. Die acht Ge 
nien, unter denen 1 Frau ist, sind 
Genien höheren Ranges, als die übri 
gen. Da man sie für stets glücklich 
und unsterblich hält, so werden sie 
auf verschiedenen Hausgerüthen ge 
malt; an Geburtstagon gedenkt man 
ihrer, in dor Meinung dadurch Theil- 
nehmer ihres Glückes zu werden, 
das mit einem langen Leben ver 
bunden sein soll. — Die acht Ge 
nien sind, wie folgt: 
1. Ho hien ku, d. i. der weibliche 
Genius Ho, ist die an dor Ecke der 
Balustrade sich hervorlehnondo Frau, 
ln der Hand hält sie eine Wasser 
lilie. 
2. Hang-tschung-ti - d. i. Fami 
lienname Han, Eigenname Tschung- 
li — ist der hinter der Ho - hien- 
ku wild aussehende, langbärtige 
und mit seinen grossen Augen 
nach den Himmel glotzende Genius, 
seine Rechte hat er auf seinem kah- 
! len Vorderköpfe. ' 
3. Tsekang-kwo-lau — d. i. der
	        
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