MAK

Full text: Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches - Wiener Weltausstellung

ftruppe III, 
Chemisclie Industrie. 
Von den fünf Sectionen, in welche nach dem Programm der 
Wiener Ausstellung die die chemische Industrie umfassende dritte 
Gruppe zerfällt, ist unstreitig die erste Section bei weitem die wich 
tigste, insofern sie gerade denjenigen chemischen Verbindungen ge 
widmet ist, welche einerseits aus den ersten grossen Umbildungen 
der von der Natur gebotenen Rohmaterialien hervorgehen, andererseits 
bei der Verarbeitung der Materie im Allgemeinen umfassend ver- 
werthet werden. * 
Die rastlose Thätigkeit, welche von einer sich täglich mehrenden 
Anzahl von Forschern während der letzten Jahrzehende, zumal aber im 
Laufe der seit der Pariser Ausstellung verflossenen fünf Jahre ent 
wickelt worden ist und alle Zweige der chemischen Wissenschaft in so 
wunderbarer Weise gefördert hat, ist begreiflich auch nicht ohne Ein 
fluss auf die in Frage stehenden Productionen geblieben. Es darf aber 
alsbald erwähnt werden, dass in der vorliegenden Unterabtheilung keine 
ganz neuen Fabricationen zu verzeichnen sind, wie dies in andern wohl 
der Fall ist, sondern dass Processe sowohl als Producte im grossen 
Ganzen dieselben geblieben sind, so dass sich also der Fortschritt 
wesentlich in der Aufschliessung neuer Quellen für die Beschaffung 
des Rohmaterials, in der vollständigeren Ausnutzung der bereits be 
kannten, in dem richtigem Verständniss der Methoden und in der 
Vervollkommnung der Apparate, d. h. in der Darstellung besserer 
und billigerer Producte kund giebt. Gleichwohl bereiten sich in 
diesen Fabricationen nicht unwichtige Veränderungen vor und es 
sind namentlich in der letzten Zeit verschiedene Vorschläge gemacht 
und theilweise schon ausgeführt worden, welche eine völlige Umge 
staltung einzelner der hier in Frage kommenden Industriezweige an 
streben. 
Schwefelsäure-Industrie. Ausgangspunkt aller der 1. Sec 
tion angehörigen Fabricationen, sowie der chemischen Industrie im 
Allgemeinen, ist die Umwandlung des Schwefels in Schwefelsäure. 
Die Production der Schwefelsäure hat in den letzten Jahren in 
colossalem Maasse zugenommen. Nur ganz ausnahmsweise und in 
verhältnissmässig kleiner Quantität wird die Säure noch aus Schwefel 
selbst gewonnen: so in einigen Fabriken, welche die Zuckerindustrie 
mit arsenfreier Salzsäure versorgen, zu deren Darstellung sehr reine 
Schwefelsäure erforderlich ist. Das eigentliche Material für die 
Schwefelsäurefabrication ist der Schwefel der Eisenkiese geworden, 
von denen alljährlich neue Lager aufgeschlossen werden. In den
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.