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Full text: Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches - Wiener Weltausstellung

Gruppe III. 
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Darstellung chemisch reiner Salzsäure gemacht haben, können hier 
nur andeutungsweise erwähnt werden. 
Cblor. . Ger Gedanke, die colossalen Quantitäten des bei der 
Chlorfabrication entstehenden Manganehlorürs für neue Operationen 
wieder tauglich zu machen, oder anderweitig nützlich zu verwerthen, 
ist so alt, wie die Chlorbereitung selbst. Bis jetzt war die Aufgabe 
in einer alle Anforderungen befriedigenden Weise nicht gelöst wor 
den. Das in der grossen Tennant’schen Fabrik in Glasgow ausge 
führte Dunlop’sehe Regenerationsverfahren (Umsetzung des Mangan- 
chlorürs mit kohlensaurem Kalk durch Wasserdampf von 2—4 Atmo 
sphären Spannung und Erhitzen des gebildeten Mangancarbonats auf 
300° ■—40ü c ) hat bisher noch die besten Erfolge erzielt. Allein da 
das Manganhyperoxyd keineswegs vollständig regenerirt wird, auch 
die Herstellung der Apparate sehr kostspielig ist, so hat das Dun- 
lop’sche Verfahren niemals allgemeinere Anwendung gefunden. Von 
den verschiedenen Vorschlägen, welche neuerdings zur Erreichung 
desselben Zieles gemacht worden sind, verdient hier vor Allem der 
Weldon’sche Process erwähnt, zu werden, da er bereits in zahlreichen 
Fabriken eingefiihrt ist, sich also in der Praxis in befriedigender 
Weise bewährt hat. Weldon versetzt die Manganlaugen zunächst 
mit kohlensaurem Kalk, wodurch Eisenoxyd, Thonerde und Schwefel 
säure (als Gyps) gefällt werden. Die von dem Niederschlage abge 
gossene klare Flüssigkeit wird nunmehr in geeigneten Gefässen mit 
so viel Kalkmilch vermischt, dass in der abfiltrirten Flüssigkeit kein 
Mangan mehr vorhanden ist. Nachdem man alsdann noch die Hälfte 
der bereits verbrauchten Kalkmilch zugesetzt hat, wird die Mischung 
durch einen Dampfstrom auf 50°—70° gebracht und mit einem raschen 
Luftstrom behandelt, bis sich der Anfangs weisse, flüssige Brei in 
einen schwarzen Schlamm verwandelt hat, welcher vorzugsweise aus 
einer Verbindung von Kalk und Mangansuperoxyd (Calciummanganit) 
besteht. Bei der Chlorentwicklung aus diesem Rückstände mittelst 
Salzsäure wird allerdings eine erhebliche Menge Säure zur Lösung 
des Kalkes verbraucht. Allein da das feinzertheilte Pulver mit ausser 
ordentlicher Leichtigkeit angegriffen wird, so stellt sich nach Wel 
don immer noch ein Minderverbrauch im Verhältniss zu der für die 
Zerlegung der natürlichen Braunsteine nothwendigen Quantität heraus, 
bei deren Behandlung niemals die ganze Menge der angewende 
ten Säure zur Verwerthung kommt.' Um die lästigen Massen von 
Chlorcalciumlösung los zu werden, welche mit nur geringem Erfolge 
zur Strassenbesprengung angewendet worden sind, 'hat Weldon an 
Stelle des Kalkes Magnesia vorgeschlagen. Die Chlormagnesium 
laugen werden eingedampft und der Rückstand durch überhitzten Wasser 
dampf in Salzsäure und Magnesia gespalten, welche wieder in den 
Cyclus der Operationen eintritt. Auch diese Modification des Wel- 
don’schen Verfahrens hat bereits in mehreren Fabriken Eingang gefunden. 
Wenn es mit Hilfe des Weldon’schen Processes gelingt, einen 
grossen Theil des früher fast nutzlosen Manganehlorürs wieder in 
ein für die Chlorbereitung verwendbares Product zu verwandeln, so 
würde doch selbst unter Voraussetzung der allgemeinen Einführung 
dieser Methode in die Fabrication, die Chlorindustrie noch immer 
die Zufuhr erheblicher Mengen von Braunstein erheischen. Kein
	        
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