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Grenze hin und sind den russischen Latifundien vergleichbar.
So bildet Deutschland, in dessen Mitte die gesundesten agrarischen
Verhältnisse sich finden, ähnlich wie in klimatischer
Hinsicht gewissermaassen den Uebergang von dem nordöstlichen
zum südwestlichen Europa.
Ackerbau, Viehzucht, Forstwirthschaft, Jagd und Fischerei.
In der Benutzung des Bodens mit intensivster Wirtlischaft
nehmen die sächsischen Länder die erste Stelle ein,
freilich ohne den eigenen Bedarf an Getreide vollständig zu
decken. Nächstdem zeichnen sich einzelne Districte am Niederrhein,
in Hessen, Baden, Elsass-Lothringen und Bayern, und
namentlich in Württemberg durch eine sorgfältige und umsichtige
Bodenculturvortheilhaft aus. —Die durchschnittliche Jahresproduction
an Cerealien lässt sich annähernd auf 94 Millionen
Hectoliter Koggen, 87 Millionen Hectoliter Hafer, 34 Millionen
Hectoliter Weizen, 30 Millionen Hectoliter Gerste, 15 Millionen
Hectoliter Spelz, zusammen 260 Millionen Hectoliter und
272 Millionen Hectoliter Kartoffeln schätzen, so dass auf den
Kopf der Bevölkerung etwa 6'/ 3 Hectoliter Getreide und
6 3 / t Hectoliter Kartoffeln kommen. Die reichsten Getreideländer
sind Schleswig-Holstein, Mecklenburg und die angrenzenden
Theile der norddeutschen Ebene (Hannover, Pommern,
Preussen), in Süddeutschland die Donaugegend.
Der Gartenbau hat im mittleren und südlichen Deutschland
seinen hauptsächlichsten Sitz. Die Gegenden von Bamberg,
Nürnberg, Ulm und Frankfurt a. M., das Rheinthal
und Erfurt mit seinen weitbekannten Samenhandlungen und
Kunstgärtnereien wetteifern mit den besten Leistungen Belgiens
und Hollands.
Die Obstcultur von Baden, Hessen und Württemberg
ermöglicht namhafte Exporte, ebenso producirt die Pfalz, die
Rheinprovinz, Thüringen und Sachsen mehr als den eigenen
Bedarf.
Der Flachsbau ist besonders in Schlesien, Westfalen
und Hannover heimisch und hat dort jene Leinenindustrie
ermöglicht, welche jenseit des Oceans fast so bekannt ist,
wie diesseits. Der Hopfenbau in Bayern, im Eisass und
vereinzelt auch in Posen, hat eine über die Grenzen des
Landes reichende Bedeutung. Der Rübenbau, hauptsächlich
in den Provinzen Sachsen, Schlesien und Branden-