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Full text: Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches - Wiener Weltausstellung

XIV 
bürg, in Anhalt und Braunschweig — mit einer Gesammt- 
production im Jahre 1872 von mehr als 61 Millionen Cent- 
nern — deckt bereits den einheimischen Bedarf an Zucker. 
Der Weinbau, dem gegenwärtig fast 125,000 Hectare Lan 
des dienen, wird seit der Römer Zeiten an den Hügeln des 
Rheins, in der Pfalz, Württemberg, Unter-Franken und 
Eisass-Lothringen gepflegt. Der Tabaksbau, welcher im 
Jahre 1871 auf 22,200 Hectaren betrieben wurde, ist in Baden, 
Eisass, Hessen, Mittel - Franken , der Rheinpfalz und einigen 
Strichen Preussens von erheblicher Wichtigkeit. 4 */ 2 Millio 
nen Hectoliter Wein und 700,000 Ctr. Tabak sind “als der 
Ertrag einer mittleren Erndte zu bezeichnen. Im Jahre 1871 
bis 1872 betrug die Tabaksernte 713,945 Ctr. im Werthe von 
0,068,500 Thlr., wovon 205,069 Ctr. auf Baden, 198,890 auf 
Preussen, 144,153 auf Bayern. 115,518 auf Eisass - Lothringen, 
31,511 Ctr. auf Hessen und der Rest auf einige andere Staa 
ten kommt. 
Gute Wiesen und Weiden sind bei dem Reichthum 
an Flüssen und Bächen über das ganze Land vertheilt, so 
dass die Viehzucht allerorten eine hervorragende Stelle in 
der Wirthschaft einnimmt, und in der norddeutschen Ebene, 
besonders Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Hannover und 
Oldenburg, sowie im Algäu, wichtige Exportartikel liefert. 
Nach den letzten Zählungen betrug der Viehstand rund 
37, Millionen Pferde. 15 Millionen Stück Rindvieh, 30 Mil 
lionen Schafe, 8 Millionen Schweine, 2 Millionen Ziegen, 
d. i. pro □Meile 349 Pferde, 1530 Stück Rindvieh, 2943 
Schafe, 813 Schweine, 208 Ziegen. Die Wollpro duction 
erreichte im Jahre 1869 750,000 Centner, von denen der 
grössere und bessere Theil auf die Provinzen Preussen, Posen 
und Schlesien und auf Mecklenburg fällt. 
Die Fovstwirthschaft sodann ist sowohl wegen des 
Werthes ihrer Erzeugnisse und der Menge der von ihr er 
nährten Bevölkerung, als auch wegen des Schutzes und 
Schmuckes, den sie dem Lande verleiht,' einer der wichtigsten 
Zweige der deutschen Oeconomie. Aus diesen Gründen 
haben die Landesherren, von Karl dem Grossen an, welcher 
schon die Ardennen und die Osnabrücker Waldungen ein 
forstete, dem Walde stets eine besondere Sorgfalt zugewen 
det, so dass gegenwärtig die deutsche Forstcultur im Ver 
gleiche zu derjenigen anderer Länder wohl die best einge 
richtete ist. 
Von dem bedeutenden Complexe von 2600 □Meilen Wald 
befindet sich etwa ein Drittheil (34 Procent) in den Händen
	        
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