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Full text: Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches - Wiener Weltausstellung

Gruppe IV. 
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Chemiker, sowie durch Einführung genauer Instrumente und Appa 
rate für verschiedene analytische Zwecke. In dieser Beziehung ist 
zu nennen: Einführung eines Polarisations-Instrumentes durch Mit 
scherlich, eines desgleichen genaueren durch Soleil, in neuester Zeit 
verbessert durch Scheibler, der Chromoscopc (Farbenmaasse) durch 
Dubrunfaut, Yentzke, Duboscq, Stammer u. A. m.; eines Apparates 
zur Bestimmung des kohlensauren Kalkes in der Knochenkohle durch 
Scheibler, eines desgleichen zur Untersuchung der Saturations- 
Kohlensäure durch denselben u. s. w. Die Analyse und Werth 
bestimmung der Rohzucker wurde vereinfacht und gefördert durch 
die Scheibler’sehe Methode der Bestimmung der Asche in den Roh 
zuckern mittelst Schwefelsäure, sowie in jüngster Zeit durch ein von 
dem Vereine zollvereinsländischer Rübenzuckerfabrikanten gekröntes 
Verfahren der Bestimmung des Raffinationswerthes der Rohzucker 
nach Scheibler. Auch die Kenntniss der neben dem Zucker im Rüben 
safte vorkommenden Stoffe wurde namentlich in dem letzteren Jahr 
zehnt bedeutend erweitert; so entdeckte Scheibler in'den Rüben eine 
schön crystallisirende Pflanzenbase, dasBetai'n, er constatirte ferner 
das Vorkommen des zuerst von Rossignon beobachteten Asparagin’s 
und wies nach, dass die als Bestandtheil der Rüben sich findende, 
von Fremy als Metapectinsäure bezeichnete Substanz ein optisches 
Drehungsvermögen besitze und ein Glycosid sei, da sich aus der 
selben ein eigenthümlicher Zucker (Pectinzueker) abscheiden lasse. 
In dem Maasse, als die Rübenzucker-Industrie sich ausbreitete, 
kräftigte und an Intensität gewann, hat sie mehr und mehr die 
Einfuhr des Indischen Zuckers gedrückt. Bis vor dem Jahre 1836 
wurde der Zuckerverbrauch in Deutschland fast ausschliesslich durch 
die Colonien gedeckt, von da ab trat die Concurrenz des Rüben 
zuckers ein, der, mehr und mehr den Consum befriedigend, die Ein 
fuhr Indischen Zuckers entsprechend verminderte, wie folgende Ta 
belle zeigt. 
Ein- und Ausfuhr an Zucker: 
(Brot-, Hut-, Candiszucker etc. als Rohzucker berechnet.) 
Kalender 
jahr. 
Einfuhr. 
Z.-Ctr. 
Ausfuhr. 
Z.-Ctr. 
Kalender 
jahr. 
Einfuhr. 
Z.-Ctr. 
Ausfuhr 
Z.-Ctr. 
1836 
1840 
1845 
1850 
1,030,539 
1,030,954 
1,413,836 
1,054,730 
44,607 
53,820 
97,785 
195,697 
1855 
1860 
1865 
1870 ’ 
934,052 
107,739 
284,554 
140,683 
190,895 
77,257 
130,292 
424,013 
Die Einfuhr an Colonialzucker, welche im Jahre 1845 noch 
1,413,836 Z.-Ctr. betrug, hat sich bis zum Jahre 1870 auf 140,683 
Z.-Ctr., also um das Zehnfache vermindert, während im Jahre 1870 
die Ausfuhr an Zucker 424,013 Z.-Ctr. gegen 44,607 Z.-Ctr. des 
Jahres 1836 sich fast verzehnfacht hat. Die grösste Ausfuhr fand
	        
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