Gruppe IV.
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derselben durch Mühlen weichen müssen; man wendet zur Erzielung
besserer Weine Abbeermaschinen, Raspeln und Rappen an. In glei
cher Absicht versieht man vielfach die Bütten zur Aufbewahrung der
Trauben mit Senkböden, Deckeln und Gährtrichtern. Auch sind
wegen besseren Kelterns die unförmlichen, ungleichmässig drücken
den Baum- und anderen hölzernen Keltern vielfach durch solche ver
besserter Construction mit eisernen Spindeln und sonstigen Press
einrichtungen, durch Kniehebel- und andere Presse# ersetzt worden.
Wie man schon seit längerer Zeit bemüht gewesen, die Giih-
rung des Mostes dadurch zu beschleunigen, zu verstärken und zu
verbessern, dass man ihn während der Gährung im Fasse von Zeit
zu Zeit umrührt, so haben in neuerer Zeit manche die Gährung da
durch zu verbessern gesucht, dass sie den frischen Most in Bütten
durch die s. g. Mostpeitsche längere Zeit bearbeiten Hessen und so
demselben viel mehr Luft zuführten oder dass sie den. Most in den
Fässern selbst vor und während der Gährung diesem s. g. Lüften unter
zogen haben. Da mit diesem Verfahren in verschiedenen Gegenden
äusserst günstige Resultate erreicht worden, so lässt sich erwarten
dass dasselbe bald allgemeinere Verbreitung finden wird.
Die Gährung des Mostes zu verbessern, hat man auch die Keller
besser einzurichten gesucht und es ist für Reinlichkeit und Herstel
lung guter Luft in denselben Vieles geschehen. Man hat ferner be
sondere Gährkeller gebaut, zur Herbeiführung richtiger, gleichmässi-
• <rer Temperatur die Keller mit Oefen versehen, man lässt den Most
durch Schlangenröhren, welche heisses Wasser umgiebt, laufen oder
bringt ihn in den Fässern durch Zuschütten erwärmten Mostes auf
den richtigen Wärmegrad; auch die Einführung von Gährtrichtem
auf den Lassem ist eine allgemeinere geworden, kurz es ist in
dieser Beziehung gar manches Nützliche versucht, eingeführt und
nachgemacht worden. Bezüglich der Behandlung fertiger Weine
könnte wohl einiger minder erheblichen Dinge gedacht werden, sie
stehen aber weit zurück gegen die hochwichtigen Entdeckungen
Pasteurs, den Wein durch Erwärmen schneller flaschenreif und halt
barer zu machen und vor den gewöhnlich vorkommenden Krankheiten
zu bewahren. Dies sogenannte Pasteurisiren oder Pastriren findet
immer mehr Eingang, besonders für Rothweine.
Die jährliche Production an Wein im Zollverein wurde für 1870
berechnet auf 205,000,000 Liter, eingeführt wurden in diesem Jahre
37,900,000 Liter, ausgeführt 18,240,000 Liter, was einem Consum für
den Kopf der Bevölkerung von etwa 6 Litern entspricht.
Die Schaumweinfabrication in Deutschland hat durch ihre
Ausdehnung einen wohlthätigen Einfluss auf die Weinproduction und
deren Verwerthung ausgeübt. Bereits in den Jahren 1834/35 ent
standen am Rhein die ersten Fabriken, denen bald die Gründung
weiterer Etablissements, so im Jahre 1838 in Franken, nachfolgte;
sehr rasch blühte dieser Industriezweig empor, so dass heute
im Deutschen Reiche bereits ca. 50 Fabriken existiren mit einer
Jahresproduction von ungefähr 4 Millionen Flaschen. Die deutschen
Schaumweine sind ausserordentlich geschätzt, und haben so zu sagen
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