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in der ganzen Welt Absatz gefunden; von diesen 4 Millionen con-
sumirt England nahezu die Hälfte mit 2 Millionen, eine Million wird
nach Amerika, Australien, Indien, Russland etc. exportirt, und eine
Million im Lande selbst consumirt. Zu der Herstellung dieser 4 Mill.
Flaschen werden jährlich ca. 30,000 Hectoliter --- 2,500 rheinische
Stück Wein verbraucht, und steht die Fabrication der deutschen
Schaumweine gegenwärtig in solch hoher Bliithe, dass voraussichtlich
von Jahr zu Jahr sich deren Production erheblich vermehren wird.
Entsprechend den Aenderungen im Geschmack des Publikums
und den Fortschritten in der Brautechnik hat sich auch der Cha-
racter der deutschen B i e r e in den letzten Jahrzehnten wesent
lich geändert. Nachdem das sogenannte Bayerische Bier zumal in
den Städten die leichteren ortsüblichen meist obergährigen Biere
ziemlich verdrängt hatte, und der Bierconsum in Folge dessen ge
waltig gestiegen war, macht sich jetzt besonders in Norddeutschland
ein Umschwung dahin gehend bemerkbar, dass die nach böhmischer
Art gebrauten blässeren und weingeisthaltigeren Biere wiederum die
dunkleren extractreicheren Bayerischen Biere immer mehr verdrängen.
Gleichzeitig erfolgt in dem Maasse, wie die Bierbrauerei rationeller
und mit Anwendung aller Hülfsmittel der Chemie und Technik be
trieben wird, ein Zurückgehen der Anzahl der kleinen Brauereien
und eine Concentration der Bierbereitung in grossen, vielfach durch
Actien - Gesellschaften errichteten Etablissements bei fortwährend
steigender Massenproduction. Die kleine Brauerei ohne Eiskeller,
ohne Maschinen, ohne spezielle Techniker kann eben mit den gros
sen Etablissements weder in Bezug auf Güte noch auf die Herstel
lungskosten des Productes mehr concurriren.
Neben der Production gehaltreicherer Biere für den Massen-
Consum hat denn auch die Herstellung feiner und "schwerer
Flaschenbiere und Exportbiere, unterstützt durch eine der Steuer
entsprechende Exportbonification, einen bedeutenden Aufschwung ge
nommen und wird stellenweise auch schon für Flaschenbiere die
Methode des Pasteurisirens zum Zwecke der Erreichung grösserer
Haltbarkeit mit Erfolg angewandt, trotzdem dass der starke Kohlen
säuregehalt für dieses Verfahren beim Bier viel mehr Schwierigkeiten
und Verluste durch das Springen von Flaschen herbeiführt wie
beim Wein.
Die Production lässt sich nur annähernd aus den Steuererträgen
berechnen und zwar zahlt das zur Brauerei verwendete Malz im Ge
biet des ehemaligen Norddeutschen Bundes pro Ctr. 20 Sgr. Steuer,
wobei eine durchschnittliche Bierproduction von 100 Lit. pro Ctr.
Malz angenommen wird. Erlaubte Malzsurrogate wie Syrupstärke
u. s. w. werden entsprechend besteuert. In Bayern zahlt der baye
rische Scheffel Malz (= 2,2 Hectoliter) 5 fl. 12 kr. Steuer, in Würt
temberg der Ctr. 2 fl. 25 kr. In Baden wird die Steuer nicht nach
dem verbrauchten Malz, sondern nach dem Inhalt der Braukessel
berechnet und beträgt die Steuer pro 150 Lit. Kesselinhalt 11 fl.
40 kr., was einer Besteuerung des fertigen Bieres von 18 fl. 13 kr.
auf 150 Lit. ziemlich gleichkommt.