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MAK

Full text : Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches - Wiener Weltausstellung

XXII

zuschlagen.  Die.  Fabrication  von  Schneidewerkzeugeu,  Arbeitsgeräthen
  und  Waffen  ist  auf  der  einen  Seite  in  den  westfälischen ­
  Kreisen  Hagen,  Altena,  Iserlohn,  auf  der  andern  in
den  rheinischen  Kreisen  Solingen  und  Remscheid  zu  grosser
Blüthe  gelangt.  Ausserdem  hat  die  Nähnadel-Fabrication
Aachens  und  Iserlohns,  vor  300  Jahren  durch  Arbeiter  aus
den  spanischen  Niederlanden  begründet,  die  Eisen-  und  Stahlwaaren-Industrie
  einiger  thüringischen  Städte  (Suhl,  Sömmerda), ­
  sowie  einiger  württembergischen  und  bayerischen
Gegenden  (Heilbronn,  Nürnberg)  auf  dem  Weltmarkt  einen
guten  Ruf  erlangt.  Berlin  zeichnet  sich  durch  seine  Waffen,
Gussgeländer,  Grobschmied-  und  Schlosserwaaren  aus.  —
Blei-,  Zinn-,  Zink-,  Messing-  und  Broncewaaren  verfertigen
namentlich  Berlin,  Nürnberg,  Fürth,  München,  Cöln  und
Hannover;  die  zollvereinsländische  Ausfuhr  derselben  belief
sich  im  Jahre  1872  auf  307,998  Ctr.,  wogegen  die  Einfuhr
nur  104,523  Ctr.  betrug.  —  Für  Eisen-  und  Stahlwaaren  liegen
aus  den  letzten  fünf  Jahren  folgende  Zahlen  vor:
Einfuhr  Ausfuhr
„  ,  1868  1872  1868  1872
Nahnadeln,  Stahlfedern  etc..  Ctr.  2,591  4,231  30,835  20,165
Feine  Eisenwaaren  7,041  11,626  27,915  43,144
Grobe  Eisen-  und  Gusswaaren  »  245,628  2,155,967  799,384  2,312,697
Gold-  und  Silberwaaren  werden  vorwiegend  in  Berlin,
Hanau  und  Pforzheim  hergestellt.  In  der  Fabrication  von
Gold-  und  Silberdraht,  von  leonischen  Drahtwaaren,  Goldund
  Silberschlägerblättchen  nehmen  Nürnberg  und  Fürth  die
erste  Stelle  ein;  für  Neusilber-  und  Britannia-Industrie  ist
besonders  Berlin  zu  nennen.
Der  Montan-  und  Metall-Industrie  kommt  die  Textilindustrie ­
  an  Bedeutung  gleich.  Schon  im  Jahre  1861  beschäftigte ­
  sie  über  800,000  Menschen  mit  eben  so  vielen  Webstühlen ­
  und  gegen  4  Millionen  Feinspindeln.  Inzwischen  hat
die  Einwohnerzahl  der  hauptsächlich  betheiligten  Orte  um
50  Procent  und  mehr  zugenommen.  Vor  Allem  ist  der  niederrheinischen ­
  Ebene  die  auf  Spinnen  und  Weben  gerichtete  industrielle ­
  Thätigkeit  eigen,  eine  Folge  des  Einflusses,  den  im
Mittelalter  flandrische  und  brabantische  Städte  übten.
Daneben  hat  die  Flachsspinnerei  und  Leinwandfabrication
  in  Westfalen,  Schlesien  und  Sachsen  neuerdings ­
  wieder  grössere  Bedeutung  erlangt,  nachdem  sie  sich
eine  Zeit  lang  in  Folge  des  in  Deutschland  zu  spät  eingetretenen ­
  Ueberganges  von  der  Hand-  zur  Maschinenspinnerei
in  kritischer  Lage  befunden  und  einen  grossen  Theil  ihres
Absatzgebietes  verloren  hatte.
            
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