298 Gruppe VII.
fenden Angaben kann angeführt werden, dass nach der Aufnahme
des J. 1861 in dem gesammten Umfange des deutschen Zollvereinsgebietes
vorhanden waren : 469 Kupolöfen (Preussen 310); 207 Eisendrahtwerke
(Preussen 166, davon 146 in der Provinz Westfalen); 296
Stahlwerke einschliesslich Stahlwalz- und Stahldrahtwerke (Preussen
275); 982 Eisen- und Blechwaarenfabriken (einschliesslich Serisenhämmer,
Ketten-, Anker-, Schrauben-, Nägel- und Drahtstiftfabriken)
mit 13,336 Arbeitern (Preussen 794, Bayern 66, Württemberg 42);
548 Stahlwaaren- und Schneidwaarenfabriken mit 3081 Arbeitern
(Preussen 460, davon 427 in der Rheinprovinz); 421 Eisengiessereien
und Fabriken für Heizapparate und Kochgeschirre mit 12,077 Arbeitern
(Preussen 242, Sachsen 43); 50 Fabriken für Gewehre und
blanke Waffen mit 4,188 Arbeitern (Preussen 35); 65 Nähnadelfabriken
mit 3,729 Arbeitern (Preussen 34, Bayern 30).
Der preussische Staat allein producirte i. J. 1871 Eisengusswaaren
5,689,944 Centner in 492 Werken mit 24,600 Arbeitern;
Schwarzblech 1,840,159 Ctr. in 59 Werken mit 4,536 Arbeitern;
Weissblech 157,443 Ctr. in 6 Werken mit 826 Arbeitern; Eisendraht
1,091,042 Ctr. in 43 Werken mit 3,185 Arbeitern; Stahl 3,664,064 Ctr.
in 78 Werken mit 15,290 Arbeitern (davon Gussstahl 2,963,313 Ctr.
in 34 Werken mit 13,656 Arbeitern). Die Entwickelung der preussischen
Stahlproduction bietet ein besonders interessantes Bild dar:
i. J. 1825 noch auf 62,065 Ctr. beschränkt und 1832 zuerst eine kleine
Menge (94 Ctr.) Gussstahl liefernd, hob sie sich raschen Schrittes
bis 1862 auf 723,297 Ctr. (worunter 274,662 Ctr. Gussstahl); von
1861 oder 1862 an datirt die Einführung des Bessemer-Processes,
welche aber seit 1863 so vorherrschend wurde, dass in diesem Jahre
schon 579,508 Ctr. Gussstahl fabricirt wurden, während die gesammte
Stahlproduction auf 952,767 Ctr. stieg. Der Antheil, welchen
der Gussstahl in dem überhaupt verfertigten Stahlquantum ausmachte,
betrug i. J. 1832 noch nicht ein Sechstel Procent, 1850 schon
14 Procent, 1855 fest 29 Procent, 1862 38 Procent, 1863 sehr nahe
60 und 1871 fast 81 Procent.
Die Verarbeitung von Eisen und Stahl ist zwar allgemein in
Deutschland verbreitet, hat aber naturgemäss eine grössere Coneentration
in näherer oder entfernterer Umgebung der das Rohmaterial
producircnden Localitäten gewonnen. So sehen wir als Hauptsitze
der Verfertigung von kleinen Eisen- und Stahlwaaren, Schneidwaaren,
Werkzeugen und Fabrikschlössern etc. die preussischen
Regierungsbezirke Arnsberg in Westfalen (Altena, Hagen, Iserlohn,
Vörde) und Düsseldorf in der Rheinprovinz (Solingen, Remscheid,
Lüttringhausen, Kronenberg) hervortreten, woneben die Gegend von
Suhl im Regierungsbezirk Erfurt und Schmalkalden in der Provinz
Hessen auch als sehr bedeutend zu nennen sind. Rücksichtlich der
Messerschmiedwaaren ragt in Bayern Nürnberg, in Württemberg
Heilbronn hervor. Fabriken von eisernen Schiffsketten (Kettentauen)
befinden sich in Grabow bei Stettin, in Memel und Königsberg.
Die Nähnadelfabrication blüht in Preussen (Aachen, Altena), im
Herzogthum Sachsen - Coburg - Gotha (Ichtershausen) und Bayern
(Schwabach).
Feuergewehre für den Handel liefert in grösster Menge Suhl; von