Gruppe X.
No. 33.-39. 387
I). Glaswaaren und Schmelzfarben
von
24. Greiner, Elias, Vetter’s Sohn,
in Lauscha.
Gegründet 1820. Glas- und Sehmelzfarben-
Fabrik. Anfertigung von Glasröhren, Glas-
märbel, dergl. Perlen und Spiehvaaren. Spez.
Farben für Porcellan und Glas. 48 Arb. in
der Fabrik, 30—40 ausserhalb.
E. Poi'cellan- Kinderservice von
2 5. Swaine & Co. in Hütten
steinach.
F. Holzwaaren, Brettchen zu Spiel-
vvaaren, Jalousien, Kistchen etc.
2 6. Bernhardts Hütte, Actien-
gesellschaft.
1872 gegründet. 75 Arb. Dampftn. von
40 Pf.Stärk. Die Fabrik arbeitet nur durch
Maschinen, deren jetzt 25 vorhanden, und
verarbeitet täglich 1,000 c ‘ Holz.
Das »Meininger Oberland«
(Kreis Sonneberg)
umfasst 6,305 QMeilen und zählt 37,217
Einwohner, welche die dort eigenthümliche
Hausindustrie, Anfertigung von Holz- u. a.
Spielwaaren, betreiben. Diese Industrie er
streckt sich auch in die angrenzenden
Gebirgsgegenden der Bezirke Eisfeld und
Gräfenthal. Das Holz zu den Spielwaaren
liefern die Nadelholzwaldungen, welche im
Kreise Sonneberg 52 pCt,, im Bezirk Eis
feld (3,285 QMeilen mit 14,758 Einw.) 53 pCt.
und im Bezirk Gräfenthal (3,832 QMeilen
mit 14,864 Einw.) 66 pCt. der Bodenfläche
einnehmen. Neben Brenn- und Werkholz
bieten sich Mineralien — Schiefer, Kalk
stein, Farberden etc. — und Wasserkräfte
der Benutzung dar. Die Verarbeitung des
spaltigen. astfreien Holzes ist uralt und ge
schah früher zu Schindeln, Küchen - und
Hausgeräthen, später zu Spielwaaren, wozu
Nürnberger Kaufleute und Einwanderer aus
dem Salzburgischen Anlass gaben; diese
führten besonders die Fabrication kleiner
Kugeln aus Kalkstein (sogen. Marbel oder
Schusser) ein, welche in neuerer Zeit auch
aus Porcellan und von Glas gefertigt werden.
Hieran schlossen sich andere Industrieen,
Verfertigung von Schiefertafeln und Griffeln,
Wetzsteinen, ferner die Anlegung von Glas
hütten — durch die aus Böhmen und
Schwaben stammenden Familien Greiner,
Müller und Böhm. Von gewöhnlichem Ilohl-
und Tafelglas ging man in der zweiten
Hälfte des vorigen Jahrhunderts zur Her
stellung von bemaltem Geschirr und feinen
Röhren über, und hieraus entwickelte sich,
unter Benutzung von Stcinkohleugas (seit
1867) die sogen. Lampenarbeit, Anfertigung
von hohlen Glasperlen, Früchten, Thieren
u. a. Spielsächelchen, sowie physikalischen
Instrumenten. Glashütten, deren einige in
den Händen uralter Glasmeister-Genossen
schaften sind, befinden sich in Lauscha.
Ernstthal, Piesau, Steinach, Fehrenbach,
Marienthal und Unterneubrunn. 1772 wurde
die erste Porcellanfabrik zu Limbach (von
Gotth. Greiner) gegründet, welcher bald
mehrere Fabriken dieser Art an anderen
Orten folgten. Dies hatte vielfach auch die
Einführung der Porcellanmalerei als Haus
gewerbe zur Folge.
In der Holzspielwaaren-Industrie trat durch
die Anwendung von Teigmasse und durch die
Einführung von Papiermache (1810 durch Fr
Müller in Somieberg) ein grosser Umsehwune
ein. Neuerdings werden auch andere
elastische Massen und Terra cotta verwendet
Bei den Puppen bringt man allerlei Me
chanismen, Uhr- und Musikwerke an und
sucht selbst die menschliche Stimme nach
zuahmen. Neben den Spielwaaren werden
Schmuck- und Nippessachen, Figuren
Büsten, zum Tl.eil von künstlerischem
W ™ e ; "• a - m -. namentlich auch Weiden-
und Schilfgeflechte verfertigt. Zur Förde
rung der Industrie wird Zeichen- und Modell-
unterricht ertheilt und sind in den grösseren
Gemeinden Fortbildungsschulen gegründet;
-l t? eine Gewerbeschule
eröffnet. Der Werth des Jahreserzeugnisses
wird zu 4-5 Mill. thlrn. veranschlagt.
Hauptabsatz nach Nord-Amerika (1872 für
537,755 thir.), dann nach England, Holland.
Belgien und aut dem deutschen Markte.
34. Söhlke, G., Berlin. — Div.
Kinderspielwaaren.
Gegründet 1816. Kinderspielwaaren-Fabrik
Zweiggeschäft in Petersdorf in Schlesien.
M. L. 51. P. 55.
35. Lutz, L., Ellwangen, Würt
temberg. — Diverse Blechspiel-
waaren.
Fabrik lackirter Blechspielwaaren.
36. Rock & Grauer, Biberacli,
Württemberg. — Blech-Spiel-
waaren.
Blechspielwaaren - Fabrication. Errichtet
1863. Absatz zur Hälfte in Deutschland.
00 Arb. (40 weibl.) im Hause, 20 ausser
halb. M. L. 51. 62. s. M. P. 55. 67.
37. A. Vetter & Schmalfuss, Cott-
bus, Prov. Brandenburg. — Spiel
waaren aller Art, in Holz und
Metallen.
Spielwaarcnfabrik.
38. Gross, C., Stuttgart. — Spiel-
waaren.
Spielwaarenfabrik.
39. Krauss, Samuel (Berthold u.
Hermann Krauss), Rodach bei
Cobufg, Sachsen-Coburg-Gotha.
— Kinderspielwaaren u. Figuren.
Errichtet 1825. Fabrik von Spielwaaren,
i ignren, Compositionen in Schachteln, Thiere
mit natürlichem Fell und von Pappe, Holz
Papiermache etc.
9',*