Gruppe XIII,
Maschinenwesen und Transportmittel.
Deutschland hat sich im Laufe der letzten Jahrhunderte an der
Entwickelung des Maschinenwesens rege betheiligt. Von dem Spinn
rad und der Wand- und Taschenuhr herauf bis zur Dampfmaschine,
an deren Erfindung es durch den Vorläufer Otto v. Guerieke, sowie
dadurch Theil nahm, dass die Dampfmaschine auf der deutschen
Universität Marburg erfunden wurde, ferner zur 'Wassersäulen
maschine, die in Deutschland, die erste wie vollkommenste Ausbildung
fand, und zur Schnellpresse, die gleich der Kunst, welcher sie
dient, Deutschland zum Vaterland hat, ist Deutschland aufs mannig
fachste bei der Hebung und Förderung des Maschinenwesens thätig
gewesen. In die heutige industrielle Erzeugung von Maschinen da
gegen, um welche es sich auf der Weltausstellung in erster Linie
handelt und welche kaum noch von der Erfindung getrennt werden
darf, ist Deutschland im allgemeinen später als seine westlichen
Nachbarn eingetreten. Dieser Schritt geschah mit einer gewissen
Allmählichkeit, ohne ganz bestimmt angebbare Anfangszeit; doch ist
zu erkennen, dass es ungefähr derjenige Zeitpunkt war, wo Deutsch
land von den grossen Kriegen, die im Anfang dieses Jahrhunderts
seine Verhältnisse umgestaltet hatten, sich zu erholen begann. Es
war um das Jahr 1820 herum, als Deutschland anfing, angeregt
durch englische und die vermittelnden belgischen Einflüsse, in der
Weise der modernen Industrie die Maschine als Waare zu er
zeugen.
In den preussischen Rheinlanden entstand um diese Zeit die
Fabrication von Dampfmaschinen. Diese waren anfänglich zum
f rossten Theil auf die Zwecke des Berg- und Hüttenwesens, als
er wichtigsten schon bestehenden Industrien der Landschaft, be
schränkt. Im grossen Ganzen hat der rheinisch - westfälische Dampf
maschinenbau bis heute seine Hauptstärke in dieser selben Richtung
behalten. In der neuesten Zeit hat sich dem Bau der Dampfmaschinen
daselbst derjenige der Gaskraftmaschinen angeschlossen. Er ist auf
das Bedürfniss hin entstanden, dass dem Kleingewerbe, um es lebens
fähig zu erhalten und neben der Gross-Industrie zu entwickeln, vor
allen Dingen Elementarkraft zugeführt werden müsse. Zu diesen
Betriebsmaschinen haben sich im niederrheinischen Gebiet nach und
nach mancherlei Arbeitsmaschinen gesellt; die bedeutendste Rolle
unter denselben spielen die im grossartigen Maassstab erzeugten berg-