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Full text: Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches - Wiener Weltausstellung

448 Gruppe XIII. 
mehr und mehr für besondere Richtungen entschieden. Unter diesen 
glänzt oben an die Locomotivfabrication, von welcher weiter unten 
genauer berichtet werden wird. Daneben haben die Appretur- 
niaschinen, die Werkzeugmaschinen, die Dampfmaschinen (neuerdings 
die Heissluftmaschinen), die Maschinen für Buchdruckerei, die für 
Brennerei, Brauerei, Zuckerfabrication, Landwirthschaft u. s. w., 
denen sich in den letzten Jahren eine grossartige Nähmaschinen 
industrie angeschlossen hat, immer im Zusammenhang mit den zu 
gehörigen Triebwerken der Manufacturen, hervorragende Productions- 
stätten in Berlin, so dass diese Stadt sich zu einem der bedeu 
tendsten Centren deutscher Maschinenindustrie ausgebildet hat, 
Ueber ganz Deutschland sind im Uebrigen Maschinenbauanstal 
ten verbreitet, in abnehmendem Verhältniss nach der Nord- und 
Ostseeküste zu, aber auch hier, wie überall, in lebhafter Entwicklung 
begriffen. In Folge dieser sich über das ganze Reich erstreckenden 
Betheiligung der Bevölkerung an der Maschinenindustrie hat diese 
an Kraft und Selbständigkeit in raschem Tempo zugenommen. 
Namentlich zeigen die letzten Jahrgänge, welche diejenigen der poli 
tischen Kräftigung des Vaterlandes sind, eine beträchtliche Zunahme 
der Maschinenindustrie. Die folgenden Zahlen geben hiervon ein 
deutliches Bild. Sie stellen die im deutschen Zollverein stattgehabte 
Maschinen-Ein- und Ausfuhr von 1866 bis 1871 dar. 
Einfuhr: Ausfuhr: Mehreinfuhr: Mehrausfuhr: 
Ctr. Ctr. Ctr. Ctr. 
1866 
1867 
1868 
1869 
1870 
1871 
1872 
226,023 
226,914 
217,225 
292,566 
287,221 
315,424 
663,720 
144,157 
209,129 
280,960 
411,088 
422,367 
482,917 
771,209 
81,866 
17,785 
63,735 
118,522 
135,146 
167,493 
107,489 
Es zeigt sich hier einerseits der steigende Verbrauch an Ma 
schinen auch ausländischen Ursprungs, daneben aber auch eine fort 
währende Zunahme der Maschinenausfuhr. Während hiernach Deutsch 
land zur Zeit der letzten Pariser Weltausstellung seinen eigenen Ma 
schinenbedarf noch nicht vollständig deckte, ist es heute mit einer 
nicht unbedeutenden Ziffer bereits auf dem Weltmärkte betheiligt. 
Arbeitsmaschinen. Die frühesten Anfänge einer fabricato- 
rischen Herstellung der Arbeitsmaschinen in Deutschland fallen in 
das zweite und dritte Jahrzehnt dieses Jahrhunderts und beziehen 
sich auf Maschinen der Baumwollspinnerei, deren Einfüh 
rung in Chemnitz von England her im Jahre 1801 erfolgt war. Der 
erste ausgedehntere Neubau solcher Maschinen (Handspinnstühle) 
knüpft sich an den Namen Haubold in Chemnitz (1826). Whipper 
und Schlagmaschinen wurden zuerst um 1842, Selfactors 1845 in 
Chemnitz gebaut. Hieraus entwickelte sich schrittweise der Bau 
von Arbeitsmaschinen für andere Zweige der Textil-Industrie, zum 
Theil in Folge inländischer Erfindung wichtiger Verbesserungen, 
wohin die Construction der Hartmann’schen Vorgarnkrempel für
	        
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