Gruppe XIII.
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Manometer, Gaszähler etc. Die zur Beobachtung von
Dampfdruck, Geschwindigkeit, Betriebskraft etc. an Maschinen
anlagen erforderlichen Instrumente, die Anfangs vom Ausland be
zogen, gelegentlich auch in den Maschinenfabriken selbst angefertigt
wurden, eignen sich ihrer Feinheit wegen sehr gut zur fabricativen
Herstellung in besonderen Werkstätten. So entstanden für Fe der-
manometer in den letzten 20 Jahren schwunghaft betriebene
Fabriken in Berlin und Magdeburg, von denen die grösste (Schaffer
& Budenberg in Buckau - Magdeburg) bis Ende 1872 allein 235,000
Stück geliefert hat. Die in Deutschland bestehenden gesetzlichen
Bestimmungen über Anlage der Dampfkessel, nach denen jeder
Kessel mit wenigstens einem Manometer versehen sein muss,
waren der Entwickelung dieses Fabricationszweiges besonders
günstig. Eine ähnliche Bedeutung hat die Fabrication der Gas
zähler und Wassermesser (in Berlin, Dresden u. a. O.) er
langt; von letzteren lieferte das eine Etablissement Siemens & Halske
in Berlin bis Ende 1872 11,060 Stück einer eigenen Construction.
Dagegen ist die Herstellung von Geschwindigkeitsmessern und Dyna
mometern bislang nur Gegenstand vereinzelter Unternehmungen von
geringerer Bedeutung geblieben.
Locomotiven und Eisenbahnwagen. Zur Zeit der
ersten Entwickelung des Eisenbahnwesens in Deutschland, Ende der
dreissiger und Anfang der vierziger Jahre, mangelte es im Inlande
an Fabriken für die Ausrüstung dieses neuen Verkehrsmittels, ins
besondere fehlte es gänzlich an Anstalten für den Bau der Loco
motiven , welche daher zunächst ausschliesslich vom Auslande,
speziell von England und Amerika bezogen werden mussten. Bald
indessen fanden sich Männer, welche es unternahmen, diese Lücke
auszufüllen; unter diesen ist besonders August Borsig zu nennen,
dessen eminent practischer Geist einen durchgreifenden Einfluss auf
die Entwickelung dieses Industriezweiges in Deutschland gehabt hat.
Borsig ging von dem Grundsätze aus, dass er vor allen Dingen sich
volles Vertrauen für sein Fabrikat erwerben müsse, und scheute
deshalb keine Anstrengung, um seine Locomotiven in Arbeit und
Material vollendet gut und zuverlässig herzustellen. Ein grosses
Eisenhüttenwerk, welches (eine fast märchenhaft^ Erscheinung) jahre
lang unmittelbar vor den Thoren Berlins florirte, verdankte sein
Entstehen lediglich dem eisernen Willen dieses Mannes, der, weil
ihm der Bezug von Kesselblechen, Achsen und anderen Eisentheilen
aus fremden Werken nicht genügende Garantie bot, dieselben unter
seinen Augen gefertigt wissen wollte. Solche Thatkraft war natür
lich durch grosse Erfolge gekrönt , aber dies erwähnen wir nur bei
läufig ; dagegen soll hervorgehoben werden, welchen ausserordentlich
nützlichen Einfluss gerade diese Art zu arbeiten, auf die deutsche
Loeomotivfabrication im Allgemeinen ausübte.
Durch die bald allgemein anerkannte Vorzüglichkeit der Borsig-
sehen Arbeit wurde jede, auch die inländische Concurrenz so laime
zurückgedrängt, bis sie sich entschloss, die gleiche Güte der Arbeit
zu erstreben; und damit ist dann dieser Industriezweig in Deutsch-