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MAK

Full text : Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches - Wiener Weltausstellung

10  Gruppe  I.

No.  18.  19.

Die  fiskalische  Friedrichsgrube  und  die  Friedrichshütte
bei  Tamowitz  finden  in  der  5.  Abtheilung  unter  No.  42.  Erwähnung.
Die  Bleierze,  welche  in  Galmeigruben  ausserhalb  des  vom  Staate
reservirten  Feldes  der  Friedrichsgrube  gewonnen  werden,  verschmilzt
das  bei  Myslowitz  gelegene  Hüttenwerk  der  Bergwerks-Gesellschaft
Georg  von  Giesohe’s  Erben  zu  Breslau.  No.  18.
2.  Niederschlesien.
Der  Niederschlesische  Bezirk  bietet  in  den  Mineral-Vorkommnissen ­
  grössere  Mannigfaltigkeit  als  der  Oberschlesische,  aber  der
Mangel  an  ausgedehnten  Erzablagerungen  hat  eine  gleich  grossartige
Entwickelung  der  Hütten-Industrie  verhindert.
Die  Steinkohlenablagerung,  welche  sich  an  den  östlichen  Abhang
des  Riesengebirges  anlehnt  und  sicli  zum  Theil  nach  Böhmen  hineinzieht,
  bildet  einen  schmalen  Saum  eines  mit  jüngerem  Gestein  gefüllten ­
  Beckens  und  erlangt  nur  in  der  Gegend  von  Waldenburg  und
Gottesberg  eine  grössere  Ausdehnung.  Das  Kohlengebirge  ist  vielfach ­
  von  Porphyren  durchsetzt  und  gestört.
Die  Kohle  wird  grossentheils  vercokt  und  liefert,  namentlich
nach  vorangegangener  Aufbereitung,  ein  für  Giesserei  sehr  werthvolles ­
  Product,  welches  selbst  nach  Oberschlesien  Absatz  findet.
Braunkohle  wird  in  dem  sich  an  das  Gebirgsland  anschliessenden
Vor-  und  Tiefland  vielfach  gewonnen  und  namentlich  in  der  Görlitzer
  Gegend  ausgebeutet.
In  der  Waldenburger  Steinkohlenmulde  tritt  Eisenstein  häufig,
aber  meist  vereinzelt  und  unzusammenhängend  als  Kohleneisen-  und
Thoneisenstein  auf.
Die  crystallinischen  Gesteine  der  Sudeten  und  die  sich  anlehnenden ­
  älteren  Schiefer  besitzen  an  vielen  Stellen  nutzbare  Eisenerzlagerstätten, ­
  aber  nur  die  im  Gneiss  auftretenden  Magneteisensteine
bei  Schmiedeberg  und  die  bei  Willmannsdorf  und  Pömbsen  bei  Jauer
lagerförmig  im  Thonschiefer  vorkommenden  Rotheisensteine  haben
grössere  Bedeutung  und  werden  zum  Theil  bei  Waldenburg  verhüttet, ­
  zum  Theil  nach  Oberschlesien  versendet.
Raseneisenerze  liefert  das  Aluvium  des  Flachlandes.  Dieselben
werden  mehrfach  ausgebeutet  und  zum  Betrieb  von  Hochöfen,  die
Gusswaaren  erzeugen,  verwendet.
Kupfererze  finden  sich  ohne  hervorragende  Bedeutung  in  den
crystallinischen  Schiefern  des  Riesengebirges  bei  Kupferberg  und  bei
Kolbnitz,  ferner  als  Kupferschiefer  im  Zechstein  bei  Haasel.
Von  Wichtigkeit  sind  die  zum  Theil  goldhaltigen  Arsenikerze, ­
  welche  in  den  crystallinischen  Gesteinen  des  Riesengebirges
bei  Reichenstein  und  Altenberg,  und  die  Schwefelkiese,  welche
namentlich  bei  Rohnau  auftreten.
Der  Steinkohlen-Bergbau  Niederschlesiens  verdankt,  wie  der
Oberschlesische,  dem  Minister  Reden  seinen  Aufschwung.  1780  wurden ­
  nur  circa  170,000  Ctr.  gefördert,  1791  bereits  über  1  '/ 4  Million.
Der  Braunkohlen-Bergbau  ist  erst  seit  1839  in  regelmässigen  Betrieb
getreten.  Der  Eisenstein-Bergbau  im  Steinkohlengebirge  stammt  erst
aus  der  Mitte  dieses  Jahrhunderts,  der  bei  Schmiedeberg  dagegen
            
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