Gruppe I. No. 44. 19
erholen. Die erste Wassersäulenmaschine wurde 1767, die erste
Fahrkunst 1856 errichtet.
Die Aufbereitung der Erze durch Siebsetzen wurde im Anfänge
des 16. Jahrhunderts, gleichzeitig mit dem nassen Pochwerke,
eingeführt. 1868 beginnt die Einführung eontinuirlich wirkender
Setz- und Stossmaschinen.
Die Verschmelzung der Erze wurde zuerst um Mitte des
16. Jahrhunderts durch Einführung der Krummöfen, 1588 durch die
der Halbhochöfen verbessert. 1790 entstand die Amalgamationsanstah,
1823 wurde das Coksschmelzen, 1845 die englische Flammofenarbeit,
1854 die Röstung in Kilns (mit Schwefelsäuregewinnung), 1843 die
Augustin’sche Entsilberung, 1860 die Kupfervitrioldarstellung (Entsilberung
mit Schwefelsäure), 1862 die Goldscheidung und die Arsengewinnung
eingeführt. 1863 wurde der erste Schüttofen zur Röstung,
1866 der achtförmige Schachtschmelzofen erbaut.
Die Bergwerke producirten 1870 über '/ 2 Million Ctr. Erz im
Werthe von l'/ a Million Thaler, die beiden Hüttenwerke (Muldener
und Halsbrückener Hütte) stellten 1872 Producte im Werthe von
4 Mill. Thaler dar, darunter 4 Ctr. Gold, 89 Ctr. Silber, 57,000 Ctr.
Blei, 11,000 Ctr. Glätte, 27,000 Ctr. Kupfervitriol, 16,000 Ctr. Arsenikalien
und 188,000 Ctr. Schwefelsäure.
No. 44. Die Mansfeld'sche Kupferschiefer bauende Gewerkschaft zu
Eisleben. Der Betrieb der Mansfelder Hüttenwerke gründet sich auf
das Vorkommen des Kupferschiefers, der in Form eines Flötzes in
dem den Harzrand begleitenden Zechstein liegt.
Das Flötz ist höchstens 63 Centim. stark und hiervon sind nur
5 bis 18 Centim. brauchbar. Der Gehalt wechselt von 1,6 bis höchstens
4 Procent Kupfer. Die Erze sind silberhaltig und enthalten
im Kupfer 0,15 bis 0,56 Procent Silber.
Der ganze östliche Theil dieser Ablagerungen von Wettin bis
Leinungen und Mohrungen gehört der Mansfeldischen Gesellschaft.
Durch Brennen und darauf folgendes Schmelzen wird ein Kupferstein
erzeugt, der nach der Abröstung auf Schwefelsäure der Entsilberung
durch den Ziervogel’schen Process unterliegt. Das Kupfer
wird nach der Raffination zu verschiedenen Waaren durch Walze und
Hammer verarbeitet.
Der Bergbau ist von hohem Alter. Schon 1698 wurde ein
tiefer Stölln getrieben. 1740 wurde der erste Tiefbau eingerichtet,
1785 die ersteWasserhaltungs-, 1824 die erste Förder-Dampfmaschine,
1850 eine Fahrkunst eingefuhrt.
Der Hüttenbetrieb blieb bis 1831 ein unvollkommner. Zu
dieser Zeit verdrängte die Amalgamation die bis dahin bestehende
Saigerung. 1843 —1848 bestand die Augustin’sche Entsilberung, die
Ziervoget’sche (1844 erfunden) verdrängte sie darauf ganz. Schwefelsäurefabrication
und Schüttöfen wurden 1864—T866 eingeführt. Seit
1867 sind eingefuhrt: öförmige Schmelz - Schachtöfen mit erhitztem
Winde, Kilns bei der Röstung auf Schwefelsäure, Abwerfung des
Schwarzkupferprocesses durch Benutzung reicher Entsilberungsmehle.
Die Production belief sich 1872 auf 18,000 Ctr. Garkupfer,
92,000 Ctr. Raffinat, 458 Ctr. Silber, gegen 70,000 Ctr. Sehwefel-2*