32 Gruppe I.
No. 97. — 100.
2. Hütten.
Englerth & Cünzer, Puddel- und Walzwerk. — Concordia, Esch-
weiler Verein für Bergbau und Hüttenbetrieb. — Aachener Hütten-
Actienverein. — Eberhard Hoesch & Söhne zu Dürren. — Herbst & Co.
zu Call (Eifel). — Mechernicher Bergwerks-Actienverein. — C. A. Weher &
Breuer. — Rheinisch - Nassauische Bergwerks - Hütten - Actiengesellschaft in
Stolberg bei Aachen. — Actiengesellschaft für Bergbau, Blei- und Zink-
fabrication zu Stolberg und in Westfalen, domicilirt in Aachen.
Ferner stellen einzeln aus:
1. Bergwerke.
No. 97. Eschweiler Bergwerks-Verein zu Esch weder-Pumpe. Der
Verein betreibt mehrere Steinkohlengruben, nämlich:
Grube Probstei bei Eschweiler, 1833 verliehen, förderte 1872
bei ca. IGO Arb. über 500,000 Ctr. Flammkohlen. Man wendet eom-
g rimirte Luft zum Fördern, Wasserheben und Bohren an. — Grube
irkengang bei Stolberg, 1784 verliehen, forderte 1872 bei 184 Arb.
gegen 770,000 Ctr. Flammkohlen. — Grube Eschweiler, Reserve-
f rube bei Weisweiler, 1833 verliehen, forderte 1872 bei über 170 Arb.
20,000 Ctr. Fettkohlen. Die Grube wird mit comprimirter Luft
ventilirt. Zur Dampferzeugung dienen Cornwallkessel mit 6 Atmo
sphären Ueberdruck. — Grube Vereinigte Centruin und
Ichenberg, 1784 verliehen, förderte 1872 bei mehr als 1,000 Arb.
über 3,300,000 Ctr. Fettkohlen. Der Maschinenmeister Osterkamp
hat hier seine Bohrmaschine erfunden und eingeführt. Es werden
Gussstahldrahtseile angewendet. Man fördert und bohrt mit compri
mirter Luft und benutzt die electrische Zündmaschine bei Dynamit.
Die Kohle wird gewaschen und in 60 Coksöfen vercokt. — Grube
Anna und Merkstein bei Alsdorf, 1848 verliehen, seit 1863 im
Besitz des Vereins, förderte 1872 bei ca. 600 Arb. über 3,000,000 Ctr.
Fettkohlen. Die schwierigen Schächte durch das schwimmende Ge
birge sind vom Betriebsfiihrer Sassenberg abgeteuft worden.
No. 98. Vereinigungs-GeseUschaft für Steinkohlenbergbau im Wurm
revier zu Kohlscheidt, fördert auf ihren Gruben, welche schon Jahr
hunderte lang im Betriebe sind, magere Steinkohle und Sinterkohle,
als Nebenproduct Kohleneisenstein und zwar im J. 1872 bei mehr
als ca. 2200 Arb. über 6'/, Mill. Ctr.
Es sind hier unterirdische Transportgefässe für 30 Ctr. in An
wendung. Comprimirte Luft wird zur Wasserhebung, Förderung und
Bohrarbeit angewendet. Zur Wasserhaltung dient bis jetzt eine
Woolf’sche Maschine mit eisernem Kastengestänge; neuerdings ist
man zu unterirdischen, schnell laufenden Maschinen, construirt vom
Direktor Hilt, übergegangen.
No. 99. Aachen - Höngener Bergwerks - Actiengesellschaft beutet die
Steinkohlengrube Maria bei Höngen aus. Das Bergwerk ist
1848 verliehen und förderte 1872 bei ca. 1,000 Arb. 4'/ 3 Mill. Ctr.
Fettkohlen, welche zum Theil in 40 Coksöfen vercokt werden. Die
Belegschaft fährt schon seit 1860 am Seile.
No. 100. Königsgrube, Steinkohlengrube bei Grevenberg, 1840
verliehen, förderte 1872 bei 355 Arb. gegen 940,000 Ctr. Steinkohlen.
Seit 1872 sind hier Drahtseilgestänge eingeführt.