34 Gruppe I.
No. 109. — 111.
Öfen, Zinkentsilberung und Wasserdampfraffination in der 1868 bis
1869 angelegten Hütte mit 228 Mann Belegschaft verarbeitet.
b) Bei Stoib erg.
No. 109. Die Stolberger Aetiengesellschaft für Bergbau, Blei- und
Zinkfabrication zu Stolberg und in Westfalen, domicilirt zu Aachen,
besitzt ausser Steinkohlengruben bei Stolberg und bei Dortmund,
Blei-, Zinkerz- und Schwefelkiesgruben bei Stolberg, Ehrenbreitstein,
Barmen, Ramsbeck, Brilon, am Harze und in Spanien, welche 1872
109,000 Ctr. Bleierz, 272,000 Ctr. Zinkerz und 43,000 Ctr. Schwefel
kies producirten. Die Bleierze werden durch Röstarbeit in 20 Oefen
und Reduction in 12 Oefen auf Blei (211,000 Ctr.) verschmolzen und
das Silber (157 Ctr.) theils durch mechanische Crystallisation, theils
durch Zinkentsilberung abgeschieden.
Die Blende wird in 28 Röstöfen, der Galmei in 4 Caleiniröfen
geröstet und in 80 Muffelreductionsöfen, zum Theil mit Regeneratorfeuerung
auf Zink (152,000 Ctr.) verarbeitet und letzteres zu einem
Theil (37,000 Ctr.) zu Blech verwalzt.
Bei den Bergwerken und der Aufbereitung sind über 2,000 resp.
über 800 Arb. beschäftigt.
No. 110. Rheinisch-Nassauische Bergwerks- und Hütten-Actiengesellschaft
in Stolberg bei Aachen, am 1. Januar 1873 aus der Eschweiler
Gesellschaft für Bergbau und Hütten zu Stolberg
und der Holzappeler Blei- und Silber-Bergwerksgesellschaft
zu Holzappel gegründet. Sie betreibt Bleiglanz-, Blende-und
Schwefelkiesgruben bei Stolberg, Bensberg und Wiesloch, deren Erze
neben sardinischen (Montevecchio) und algierischen (Gar Rouban),
auch nordamerikanischen (Utah und Nevada) auf der Bleihütte Binsfeldhammer
bei Stolberg und der Wilhelms-Zinkhütte bei Eschweiler
zu Gute gemacht werden, ferner die Rleierzgruben bei Holzappel
und Obernhof, deren Erze auf der Holzappeler Hütte verschmolzen
werden.
Die zuerst genannten Gruben förderten 1872 ca. 35,000 Ctr. Erze
bei gegen 700 Arb. und die Hütten erzeugten daraus 24,000 Ctr.
Blei und 19,000 Ctr. Zink bei ca. 450 Arb. In der Zinkhütte sind
seit 1850 doppelreihige Muffelöfen mit zurückschlagender Flamme,
seit 1862 mit Regeneratorfeuerung angewendet worden.
Die Nassauisehen Bergwerke producirten 1872 36,000 Ctr.
Erze, die Hütten 6,000 Ctr. Blei und 6 Ctr. Silber mit zusammen
750 Arb. Hier ist zuerst die mechanische Crystallisation eingefuhrt
worden.
No. 111. Herbst & Co. zu Call in der Eifel betreiben die Bleiund
Zinkerzgruben zu Münsterfeld bei Stolberg und Gertrudensegen
bei Much. Die Gruben sind 1847 und 1839 verliehen, aber noch in
Aufschliessungsarbeit. 1872 betrug die Förderung circa 3,000 Ctr.
Bleierz und 1,500 Ctr. Blende bei 160 Arb.
Die Bleierze werden nebst spanischen Erzen auf der 1835 gegründeten
Bleihütte zu Schliessenmaar nach Röstung in Fortsehaufeiungsöfen,
auf Blei- und Kupferstein in Schaelnöfen verarbeitet.
Das Blei wird mit Zink entsilbert. Bei 62 Arb. sind 1872 circa