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Full text: Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches - Wiener Weltausstellung

48 Gruppe II. 
Der einheimische Tabakbau ist mit einer Steuer von 72 Mark 
per Hectare belastet, der importirte zahlt an Eingangszoll: 
Rohtabak pro Ctr. 12 Mark, 
Geschnittener Tabak » » 33 . 
Cigarren » . 60 » 
Schnupftabak . » 60 
Der Tabakbau verlangt nicht absolut einen sehr guten wohl 
aber einen stark gedüngten Boden und ist vermöge der vielen Hand- 
arbeit, welche er erfordert, auf die Gegenden mit vorwiegendem 
Ivleinbesitz hauptsächlich angewiesen. 
Die jungen Pflanzen werden frühzeitig in Mistbeeten oder an be 
sonders geschützten und präparirten Stellen der Gärten gezogen um 
spätei auf das I 1 eld verpflanzt zu werden. Die Culturarbeiten be 
stehen in häufigem Hacken, im Köpfen der Pflanzen, d. h. Beschrän 
kung derselben auf eine bestimmte Anzahl Blätter und im Geizen 
d. h. Ausbrechen der Achseltriebe dieser Blätter. Bei der Ernte 
wird eine Sortirung der Blätter nach der Qualität vorgenommen, 
das lrocknen erfolgt in den Scheunen oder besonderen Tabak- 
schuppen, die Blätter werden dabei entweder auf Schnüre oder durch 
Auischlitzen der Mittelrippe auf dünne Holzstäbe aufgereiht. 
Tr Hopfen. In Deutschland ist der Anbau und Gebrauch des 
Hop lens seit dem 9. Jahrhundert historisch nachweisbar. Ob der 
Hopfenbau von Belgien und dem Niederrhein ausgegangen und sich 
von dort über Deutschland bis zu den Slaven verbreitet oder ob der 
selbe den umgekehrten Weg gemacht hat, ist nach dem jetzigen 
Stande der historischen und sprachlichen Forschung nicht entschie 
den. Heute ist der Hopfenbau in Deutschland am blühendsten in 
Bayern (Spalt, Hollertau, Hersbruck), Baden, Württemberg, Hessen, 
Posen (Neutomysl), Eisass, Altmark und Braunschweig, welche 
Reihe zugleich die Qualitätsabstufüng des gewonnenen Productes 
andeutet. Während Ende der 50 er und Anfang der 60er Jahre 
der Hopfenbau fast zu rasch ausgedehnt worden war, fand gegen das 
Ende der 60 er Jahre in Folge der geringen Preise eine Reduction 
des Hopfenbaues statt, die in den letzten Jahren jedoch aufgehört hat 
JahrFi 61 " j ährliche Durchschnittsertrag wird veranschlagt in guten 
Württemberg 100,000 , 
B^den 40,000 . 
Posen • 50 000 » 
Altnwk, Braunschweig und Prov. Hannover . . . 40^000 » 
Elsass-Lothringen 120000 
Sachsen, Hessen und Rheinprovinz 20^000 » 
In Summa: 670,000 Ctr. 
Die Ausfuhr aus dem Zollverein betrug im Jahre 1836: 10,820 
Centner und ist mit geringen Schwankungen dauernd gestiegen bis zu 
ca. 200,000 Ctr. im Jahre 1872. Der Import von Hopfen in den 
Zollverein schwankte in den letzten Jahren zwischen 20—40,000 Ctr.
	        
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