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Full text: Amtlicher Katalog der Ausstellung des Deutschen Reiches - Wiener Weltausstellung

Gruppe II. 
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10,000, die Pfalz etwa 11,000. Das dritte Weinland ist Preussen 
mit etwa 20,(XX) Hectaren. Mosel-, einschliesslich Saar- und Rhein 
thal liefern hier die meisten und feinsten Weine. In jedem sind 
etwa 5,000 Hectaren mit Reben bepflanzt. Die nördlichsten Lagen 
befinden sich in der Provinz Sachsen und den sächsischen Herzog- 
thümern, das Saal- und Unstrutthal bei Naumburg bis nach Jena 
mit 1,000, Nordschlesien mit 1,500, Brandenburg mit 700 und Posen 
mit über 250 Hectaren. Württemberg besitzt zwar eine Wein 
fläche von etwa 19,000 Hectaren, führt aber wenig aus; die besten 
Weine erhält man im unteren Neekarthale. Umgekehrt hat Baden 
mit etwa 18,000 Hectaren für seine vorzüglichen, besonders am 
Westabhange des Schwarzwaldes erhaltenen Weine eine bedeutende 
Ausfuhr. Ebenso Hessen mit etwa 8,000 Hectaren; zu ihm gehört 
Mainz, der wichtigste Ort für den Weinexport in Deutschland. 
Wolle. Die Schafzucht bildet einen wichtigen und integriren- 
den Theil der deutschen Viehzucht. Im Ganzen können nach den 
Viehzählungen über 29,000,000 Schafe im Deutschen Reiche an 
genommen werden, von denen nach ungefährer Schätzung und sta 
tistischen Erhebungen 
ca. 14,000,000 der Merinorace und deren Unterabtheilungen, 
ca. 7,000,000 den englischen Racen und deren Kreuzungen, 
ca. 8,000,000 den sogenannten Landschafen 
angehören. Die Merinorace, welche gegen Ende des vorigen und in 
den ersten Decennien dieses Jahrhunderts in die rationell betriebe 
nen und grösseren Wirtschaften eingeführt wurde, hat hauptsäch 
lich den Ruf der deutschen Tuchwollen begründet. Es bildeten sich 
innerhalb der Race verschiedene Typen^ heraus, die Electoral- 
(Sachsen), Negretti- (Oesterreich, Mecklenburg) und die Electoral- 
Negrettirichtung (Schlesien), welche sich weiterhin über einen grossen 
Theil Deutschlands ausbreiteten und theils rein in sich fortgezüchtet 
(Norddeutschland), theils aber auch vielfach zur Verbesserung der 
Landschafe (Süddeutschland) benutzt wurden. Nur wenige Heerden 
existirten, W'elche die Merino - Kammwollrichtung verfolgten. 
Die Beschaffenheit der producirten Tuchwolle war je nach dem 
Geschmack des Publikums und den Conjuncturen eine sehr wech 
selnde. Während man am Anfänge dieses Jahrhunderts hauptsäch 
lich auf die Production einer möglichst feinen Wolle sein Haupt 
augenmerk richtete, wurde weiterhin bei der Züchtung des Electoral- 
Nogrcttitypus auf die Erzeugung einer kräftigeren, feinen Wolle 
Bedacht genommen und in neuerer Zeit wurde die mittellange und 
mittelfeine, sogen, ä deux mains-Wolle, als das Ideal einer guten 
Tuchwolle hingestellt. Im Allgemeinen blieb unter wechselnden 
Verhältnissen die Production einer edlen Tuchwolle das Hauptziel 
der Schafhaltung. 
Die verbesserten Verkehrsverhältnisse, die steigende Bevölke 
rung und in Folge dessen die steigenden Fleischpreise, der verän 
derte Geschmack des Publikums, bei welchem die feinen, glattwolli 
gen Stoffe weniger beliebt sind, als früher, sowie vor Allem die 
Concurrenz überseeischer Länder (Australien , Südamerika, Südafrika) 
brachten es mit sich, dass die Wollpreise in dem letzten Decennium 
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