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Full text: Norwegischer Special-Katalog der Weltausstellung 1873 in Wien

1_ Gruppe. 
Bergbau- und Hüttenwesen. 
Obwohl Norwegen verhältnissmäseig reich an Metallen und Mineralien ist, vermag 
doch zur Zeit der Ertrag der eigener Bergwerke des Landes sein Bedürfnis nicht zu 
befriedigen, ohne die Einfuhr zu Hülfe zu nehmen. Im Jahr 1870 war die Zahl der 
Gruben 76, die der Arbeiter 2,600 und die der ganzen geförderten Erzmasse aller Art ca. 
2,616,000 Centner. Obenan standen die Kupfergruben (27 mit 1,270 Arbeit, und einem 
Ertrag von 944,000 Cent. Erz); ihnen folgen: Eisengruten (16 mit 176 Arbeit, und 390.000 
Cent.), Niekelgruten <10 mit 134 Arbeit, und 88,000 Cent.); Schwefelkiesgruben (14 mit 610 
Arbeit, und 986,000 Cent.); Silbergruben (7 mit 363 Arbeit, und 44,000 Cent. Erz); Kobald- 
gruben u. s. /. 
Den Hüttenbetrieb repräsentirten im Jahre 1866: 
eine (dein Staate gehörende) Schmetzhütte für Silber in Kongsberg, welche 24 
Arbeiter beschäftigte und 74 Cent. Silber producirte. Dieses Werk wurde im Jahre 1623 
angelegt, und ist seit dieser Zeit, mit alleiniger Ausnahme der Jahre 1806-1816, in fort 
währendem Betrieb gewesen. Der Ertrag hat sehr geschwankt, doch wurde in der Regel 
mit Nutzen gearbeitet. In den Jahren 1846-00 stieg der jährliche Ueberschuss sogar bis 
auf ca. 160,000 Spec. Seit 1820 wird das Werk nach einem sehr beschränkten BetnebB- 
plan bearbeitet, um dadurch seine Daner zu sichern ; 
ferner 11 Kupferhütten, mit 265 ArbeitercTund einer Produktion von 10,400 Centner 
Gahrkupfer. Unter diesen ist das Kupferwerk in Büros, welches im Jahre 1644 angelegt 
wurde, das bekannteste und durch den Reichthum seiner Erze (7-8 pCt. Kupfer) beachtens 
werte. Ausserdem sind zu merken: das Altener Kupferwerk in Pinmarken (seit 1S39) und 
das Kupferwerk auf Vigsnus im Stavanger Amte; 
endlich 18 Eisenwerke mit ca. 1,300 Arbeit, und einer Production von 126,000 Centn. 
Roheisen, 35,000 Centn. Gusswaare und. 80,000 Cent. Stangeneisen. 
Die Produktion der Silber- und Kupferhütten hat seit jenem Jahre (1866) keine 
nennenswerthe Veränderung erfahren; dagegen ist die Wirksamkeit der Eisenwerke bedeu 
tend reducirt, da mehrere, sogar einige von den bedeutenderen, aufgehoben Bind. 
Von mineralischen Rohstoffen muss Norwegen, wie oben bemerkt, immer noch einen 
Theil einführen. 
Die Ausfuhr betrug 1871 ca. 4,116,000 Cent, mit einem Werthe von 600,000 Spec., 
während die Einfuhr bis auf 6.411,000 Cent, stieg, deren Werth 1,360,000 Spec. Die wich 
tigsten Rohstoffe, welche Norwegen aus dem Auslande beziehen musste, waren Stem- 
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