MAK

Volltext: Collectiv-Ausstellung von Schul- und Unterrichts-Gegenständen, Special-Katalog

73 
dien einer Krankheit auch verschiedene Störungen des 
Baues entsprechen, die sicli aus einander organisch ent 
wickeln, wie die Krankheit vorschreitet und allmälig wie 
der abninmit, um der Gesundheit Platz zu machen, oder 
tödtet; ferner, dass Variationen im Verlaufe, Combina- 
tionen verschiedener Art, je nach Alter, Geschlecht, Indi 
vidualität im weitesten Sinne Vorkommen. Es ist klar, 
dass, je complicirter der Gegenstand, je reicher die Er 
fahrung wird, desto weniger das Gedächtniss hiureicht, 
Vergleiche anzustellen zwischen dem Detail der einzelnen 
Fälle, die ja oft in Jahren erst wiederkehren. Man con- 
servirt also solche erkrankte Theile in Museen, um sie 
stets bereit zur Untersuchung zu haben, und sie zum Unter 
richt benutzbar zu haben. Es ist nun klar, dass ein sol 
ches Conserviren der Organtheile im Grossen die mühe 
volle, schwierige, vielem Misslingen ausgesetzte und höchst 
zeitraubende Arbeit der Anfertigung mikroscopischer und 
instruetiver Präparate ermöglicht —• wenn nicht durch 
das Aufbewahren die Theile etwa materiell verändert 
werden — aber eben all die nüthigen Arbeiten bei jeder 
Untersuchung oder Demonstration von neuem erfordere, 
und dass man insbesondere als Lehrer genöthigt war, in 
jedem Schuljahr alle diese unzähligen Präparationen von 
neuem vorzunehmen, vielleicht auf ein einziges Präparat 
stundenlange Arbeit zu verwenden, damit dasselbe nach 
dessen Demonstration sofort wieder weggeworfen und im 
nächsten Jahre wieder von neuem angefertigt werden 
musste. Aus diesen zwei Umständen, dem Bedürfnisse 
einer Vergleichung einzelner, zeitlich getrennt vorkommender 
Fälle gleicher Art, und der Ersparung an Arbeit, wenn 
einmal ein ganz gelungenes Präparat angefertigt war, ent 
stand nun die Ausbildung von Methoden für die Aufbe 
wahrung microscopischer Piäparate, welche somit einen 
wissenschaftlichen und einen didaktischen Zweck zu erfül 
len haben. 
In Bezug auf den ersteren war man, was Publicationen 
betrifft, bisher stets auf die unmittelbare Demonstration 
oder auf die Zeichnungen angewiesen. Letztere tragen 
natürlich stets einen subjectiven Charakter bei aller Ob-
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.