18
anzueignen, welche zu erwerben sie bei ihrer gewöhnlichen Beschäftigung
nicht in der Lage wären.
Der Unterricht umfasst:
1. Schaft- oder Trittweherei.
2. Jacquardweherei.
3. Mechanische Weberei.
4. Die Lehre von den Webmaterialien und der Webfabrikation, und
5. Freihand- und Musterzeichnen.
Die Anzahl der ordentlichen Schüler beträgt seit dem Bestehen der
Schule 92, jene der ausserordentlichen 34.
Es wird ein Schulgeld von 6 fl. für das ganze Jahr eingehoben.
An Lehrmitteln besitzt die Schule:
Lyoneser und Chemnitzer Webstühle, 4 Jacquardmaschinen, Karten
schlagmaschinen, Kartenschneidemaschinen etc. etc.
Das Handelsministerium subventionirt die Webschule, zu deren Erhal
tung die Gemeinde und einzelne Industrielle freiwillige Beiträge leisten.
Zur Ausstellung gelangen Lehrmittel, Musterzeichnungen, Freihand
zeichnungen, gerollte Kleiderzeuge, Gobelm-Möbelrips, 1 Fauteuilgewebe
mit dem Porträt des Allerhöchsten Kaiserpaares, dem österreichischen
Keichs-, dem böhmischen Landes- und dem Ascher Stadtwappen und
eili gewirkter Frauenunterrock.
8. Zeichen- und Webschule in Runiburg. Dieselbe wurde am
1. Jänner 1872 eröffnet und steht unter einem Schuldirectorium.
Director der Schule ist gegenwärtig Joseph Aichinger, neben ihm wirkt
noch ein 'Weblehrer.
Die Aufgabe der Schule besteht darjn, den Schülern in der Weberei
und im Musterzeichnen eine möglichst vollkommene Ausbildung zu geben.
Der Lehrcurs erstreckt sich auf zwei Jahrgänge und zerfällt in zwei
Abtheilungen: 1. in die Abtheilung für Weberei und 2. in die Abtheilung
für das Zeichnen.
Der Unterricht umfasst alle Zweige der Handweberei, nebst den Hilfs
lehren über Webmaterialien, Spinnerei, Filatur und Appretur. In der
Zeichenabtheilung wird geometrisches Zeichnen, Freihandzeichnen und
Malen gelehrt. Ueberdiess werden Vorträge Uber die Farbenharmonie- und
Styllehre gehalten.
Der Unterricht wird sowohl Vor- als Nachmittags, und zwar unentgelt
lich ertheilt, und von den Schülern wird nur ein Lehrmittelbeitrag von 3 fl.
per Monat eingehoben.
Die Schule besitzt Webstühle für alle Zweige der Handweberei, die
hiezu nöthigen Werkzeuge und Maschinen und für den Zeichenunterricht
endlich Gypsmodelle vorn österreichischen Museum und Vorlagewerken.