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MAK

Full text : Catalog der nationalen Hausindustrie und der Volkstrachten in Maehren : Welt-Ausstellung 1873 in Wien

Besuchern  nach  verrichtetem  Gebete  und  Besprengen  mit  Weihwasser
mit  unzähligen  Heiligenbildern,  kipi,  belegt.  Bei  dem  Leichname
brennt  eine  Oellampe,  und  Tag  und  Nacht  wird,  besonders  von  den
Pfründnern,  dabei  gebetet.  Der  Verstorbene  wird  zur  Begräbnissstätte
von  den  Geschlechtern  (Männer  von  Männern,  Weiber  von  Weibern)
getragen,  und  eine  Blechlaterne  mit  darin  brennender  Kerze  von  dem
ältesten  männlichen  oder  weiblichen  Individuum  der  Gemeinde  der
Bahre,  unmittelbar  vor  dem  Priester,  vorgetragen.  Unter  grossem  Wehklagen ­
  wird  der  Verstorbene  in  das  Grab  gesenkt.  Es  herrscht  die
Sitte,  dass  alle  guten  Eigenschaften  von  den  Leidtragenden  ihm  in  das
Grab  unter  Weinen,  selbst  den  Kindern,  nachgesagt  werden.  Gleich
nach  den  kirchlichen  Leichenfunctionen  wird  der  Todtenschmaus,  genannt ­
  Karmina,  in  dem  Hause  des  Verstorbenen  abgehalten.  Derselbe
besteht  in  Streichkäs  und  Wein,  wozu  die  Leidtragenden,  die  Träger
und  nächsten  Anverwandten  geladen,  und  auch  die  das  Trauerhaus  umstehenden ­
  Kinder  mit  Käs  und  Brod  betheilt  werden.  Während  des
Essens  brennt  am  Fenster  die  Leichenkerze  oder  Laterne,  und  es  wird  in
Zwischenräumen  des  Mahles  für  die  Seele  des  Verstorbenen  gebetet,  dann
wieder  gegessen,  und  so  dauern  die  Karmina  oft  bis  in  die  Nacht  hinein.
Kleidung,  häusliche  Einrichtung  und  Lebensweise  der
Cr  oaten.
Die  Croaten  beiderlei  Geschlechts,  jung  und  alt,  haben  ihre  eigene
Nationaltracht,  pratez.  Dieselbe  besteht  in  der  Winter-  und  Sommerbekleidung. ­
  Als  Winterkleidung  dient  den  Männer  und  Burschen  der
lange  Pelz,  kozuh,  und  darüber  bei  Kirchengängen,  Besuch  der  Jahrmärkte ­
  oder  zum  Bezirksamte  ein  blauer  deutscher  Kragenmantel.  Unter
dem  Pelze  tragen  Männer  und  Burschen  ein  weisses  wollenes  Leihehen
(auch  Laibl  genannt),  welches  mit  rothen  ledernen  Riemen,  snorice,  eingefasst ­
  ist,  und  blitzende  Metallknöpfe  bis  an  den  Hals,  wo  es  mit  gefärbtem ­
  Umschläge  überlegt  ist,  aufweist.  Unter  dem  Röckl  oder  Laibl
ist  ein  kurzes  Hemde,  kosulja,  bis  an  die  Hüfte  reichend,  welches  für  die
Sonn-  und  Feiertage  aus  feiner,  für  die  Wochentage  aus  grober  Hausleinwand ­
  gemacht  und  bei  Ledigen  mit  schmalen  Bändern  versehen  ist.
Männer  und  Burschen  tragen  enge  ungarische  Stiefelhosen,  hlace,
die  Burschen  von  rothem,  feinem  Tuche,  öimasenki,  und  die  Männer
von  blauem,  die  an  dem  Latze  bei  den  ledigen  Burschen  mit  Seide  oft
sehr  kunstvoll  und  schön  gestickt  sind.  Mit  dem  rapaö,  Riemen,  wird
die  Hose  geschnürt  und  das  gestickte,  weisse  Sacktuch,  facol,  in  den
Hosenlatz  heraushängend  gesteckt,  wo  auch  der  Tabaksbeutel,  torbica
na  tübak,  mit  der  kurzen  ungarischen  Pfeife  den  Platz  hat.  Die  Fussbekleidung
  sind  im  Winter  grosse,  unförmliche  Stiefeln,  postoli,  mit
            
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