Besuchern nach verrichtetem Gebete und Besprengen mit Weihwasser
mit unzähligen Heiligenbildern, kipi, belegt. Bei dem Leichname
brennt eine Oellampe, und Tag und Nacht wird, besonders von den
Pfründnern, dabei gebetet. Der Verstorbene wird zur Begräbnissstätte
von den Geschlechtern (Männer von Männern, Weiber von Weibern)
getragen, und eine Blechlaterne mit darin brennender Kerze von dem
ältesten männlichen oder weiblichen Individuum der Gemeinde der
Bahre, unmittelbar vor dem Priester, vorgetragen. Unter grossem Wehklagen
wird der Verstorbene in das Grab gesenkt. Es herrscht die
Sitte, dass alle guten Eigenschaften von den Leidtragenden ihm in das
Grab unter Weinen, selbst den Kindern, nachgesagt werden. Gleich
nach den kirchlichen Leichenfunctionen wird der Todtenschmaus, genannt
Karmina, in dem Hause des Verstorbenen abgehalten. Derselbe
besteht in Streichkäs und Wein, wozu die Leidtragenden, die Träger
und nächsten Anverwandten geladen, und auch die das Trauerhaus umstehenden
Kinder mit Käs und Brod betheilt werden. Während des
Essens brennt am Fenster die Leichenkerze oder Laterne, und es wird in
Zwischenräumen des Mahles für die Seele des Verstorbenen gebetet, dann
wieder gegessen, und so dauern die Karmina oft bis in die Nacht hinein.
Kleidung, häusliche Einrichtung und Lebensweise der
Cr oaten.
Die Croaten beiderlei Geschlechts, jung und alt, haben ihre eigene
Nationaltracht, pratez. Dieselbe besteht in der Winter- und Sommerbekleidung.
Als Winterkleidung dient den Männer und Burschen der
lange Pelz, kozuh, und darüber bei Kirchengängen, Besuch der Jahrmärkte
oder zum Bezirksamte ein blauer deutscher Kragenmantel. Unter
dem Pelze tragen Männer und Burschen ein weisses wollenes Leihehen
(auch Laibl genannt), welches mit rothen ledernen Riemen, snorice, eingefasst
ist, und blitzende Metallknöpfe bis an den Hals, wo es mit gefärbtem
Umschläge überlegt ist, aufweist. Unter dem Röckl oder Laibl
ist ein kurzes Hemde, kosulja, bis an die Hüfte reichend, welches für die
Sonn- und Feiertage aus feiner, für die Wochentage aus grober Hausleinwand
gemacht und bei Ledigen mit schmalen Bändern versehen ist.
Männer und Burschen tragen enge ungarische Stiefelhosen, hlace,
die Burschen von rothem, feinem Tuche, öimasenki, und die Männer
von blauem, die an dem Latze bei den ledigen Burschen mit Seide oft
sehr kunstvoll und schön gestickt sind. Mit dem rapaö, Riemen, wird
die Hose geschnürt und das gestickte, weisse Sacktuch, facol, in den
Hosenlatz heraushängend gesteckt, wo auch der Tabaksbeutel, torbica
na tübak, mit der kurzen ungarischen Pfeife den Platz hat. Die Fussbekleidung
sind im Winter grosse, unförmliche Stiefeln, postoli, mit