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MAK

Full text : Catalog der nationalen Hausindustrie und der Volkstrachten in Maehren : Welt-Ausstellung 1873 in Wien

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Zöpfe  ihres  dunkelkastanienbraunen  Haares  sichtbar  werden,  die  übliche
Kopfbedeckung.  Leider  weicht  die  Slovenka  dem  Seidentuche,  welches
den  Kopf  verhüllt.  —  Am  Unterleibe  werden  kurze  bunte  Böcke,
sukna,  mit  einem  oft  kunstvoll  gestikten  Vortuche,  Schürze,  mit  langen
vorne  oder  hinten  herabhängenden  Seidenbändern  getragen.  Unter  dem
Rocke  ist  der  bubac,  d.  i.  ein  grober,  leinener  Rock  mit  Tragbändern
gleich  Hosenträgern  über  die  Achsel  befestigt.  —  Als  Fussbedeckung
dienen  im  Winter  ebenfalls  unförmliche  Stiefeln,  postoli,  im  Sommer
schöne  Zischmen  mit  seidenen  Quasten.  Bei  Festivitäten,  als  Kindstaufen, ­
  Vorsegnungen,  Leichenbegängnissen,  wird  noch  die  Cuba,  d.  i.  ein
violetter  langer  Weiberpelz  mit  den  unteren  Enden  rückwärts  zusammengefügt, ­
  und  der  Obrus,  d.  i.  ein  gesticktes  Tuch,  unter  dem  Arme
getragen.  Der  Obrus  wird  als  Familienstück  in  hohen  Ehren  gehalten.
Doch  weicht  die  alte  Kleidung,  besonders  bei  Frauen  und  Mädchen,
immer  mehr  und  mehr  der  Mode,  so  dass  schon  deutsche  lange
Kleider  und  deutsche  Leibchen  häufig  gesehen  werden.  Nur  die  Fussbekleidung
  hat  bis  jetzt  noch  keine  Aenderung  erfahren.
Die  häusliche  Einrichtung  der  Croaten  sowie  auch  die  Bauart  ihrer
Häuser  sind  sich  in  den  drei  Dörfern  ziemlich  gleich  geblieben.  Die  Croatenweiber
  lieben  es  ein  Extrazimmer,  das  sie  selbst,  sowie  die  Vorhalle  und
das  Vorhaus,  mit  Vögeln,  Blumen,  Monstranzen  bemalen,  und  mit  vielen
Heiligenbildern,  grösstentheils  unförmlichen  Glasmalereien,  und  hochaufgethürmten
  Betten,  die  mit  bunten  Ueberzügen  und  herabhängenden  gestickten ­
  Betttüchern  bedeckt  sind,  auszieren,  für  die  Gäste  rein  zu  erhalten.
Ein  grosser  Tisch,  stol,  um  denselben  Lehnbänke,  klupe,  obeihalb  ein
Schrank  für  Teller,  Schüssel  und  Krüge,  police,  eine  bunte  bemalte
Truhe,  kofan,  ein  Hängekasten,  armara,  bilden  die  ganze  Einrichtung ­
  des  Extrazimmers,  in  welchem  sie  ihre  Festmahlzeiten  halten,  und
das  sonst  versperrt  bleibt.  Der  Fussboden,  selbst  wenn  er  gedielt  ist,
wird  mit  feinem  Sande  bestreuet,  und  unten  um  die  Mauer  mit  rother
Einfassung  verbrämt.
Die  Croaten  führen  ein  patriarchalisches  Leben,  essen  alle,  das
Hausgesinde  stehend,  der  Hausherr  und  die  Hausmutter  sitzend,  bei
einem  Tische.  Ihre  Speisen  sind  einfach  aber  nahrhaft,  als:  Selchfleisch,
Würste,  Kraut,  Knödeln,  fanke,  etc.  und  besonders  schönes  und  schmackhaftes ­
  Brod.  Sie  sind  grosse  Liebhaber  von  Kuchen  und  Kolatschen,
flekince,  die  sie  recht  gut  zuzubereiten  verstehen.
Im  Sommer  wird  das  Hauptmahl  im  Vorhause,  na  vezi,  natürlich
ohne  Tischtuch,  bei  einem  in  der  Ecke  stehenden  Tische  in  der  Regel
Abends  genommen,  selten  zu  Mittag,  wo  sich  die  Hausgenossen  mit
Brod  und  Käse  begnügen,  und  meistens  die  Suppe  aus  einer  Schüssel
zdela,  gemeinschaftlich,  die  übrigen  Speisen  aber  aus  irdenen
            
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